Noch Wochen nach dem Schneebruch im Februar prägen umgestürzte Bäume, abgebrochene Wipfel und im Geäst hängen gebliebenes Holz das Bild vieler Wälder in der Südoststeiermark. Die Aufarbeitung des Schadholzes fordert aktuell Waldbesitzer und Dienstleister gleichermaßen. „Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren und werden auch noch länger andauern“, so Wolfgang Holzer, Forstreferent der Bezirkskammer Südoststeiermark.
So vermeiden Waldbesitzer Unfälle
Wie gefährlich die Arbeit im Wald derzeit ist, zeigen mehrere Forstunfälle in der Steiermark: Ein 53-Jähriger erlitt vor knapp einer Woche bei Forstarbeiten in Kirchbach-Zerlach schwere Verletzungen. Kurz zuvor sorgte ein Forstunfall in St. Marein bei Graz für ein Großaufgebot der Feuerwehr. In Gamlitz traf ein Baumstamm einen 48-Jährigen und Ende Februar kam es in Weiz sogar zu einem tödlichen Forstunfall.
Um Unfälle zu vermeiden, empfiehlt Holzer Waldbesitzern dringend, auf die richtige Schutzausrüstung zu achten. „Helm, Jacke, Schnittschutzhose und Forstschuhe gehören zur Grundausstattung für alle, die im Wald arbeiten.“
Zudem weist er auf ein Sprichwort hin, das auch unter Bergsteigern gelte: „Das Können ist des Dürfens Maß. Wenn man eine Ausbildung hat und sich das zutraut, kann man ruhig im Wald arbeiten. Ist man aber nicht so geübt, ist es besser, einen Dienstleister zu beauftragen.“ Unterstützung in ihren Anliegen erhalten Waldbesitzer durch den Waldverband Südoststeiermark.
Gefahr durch Borkenkäfer
Trotz der vielerorts bereits angelaufenen Aufräumarbeiten hätten sich einige heimische Waldbesitzer in ihren Waldflächen noch nicht umgeschaut, weiß Holzer: „Durch den Borkenkäfer stehen wir unter Zeitdruck. Bis Ende April sollte das Holz, vor allem das der Fichte, aufgearbeitet sein, um weitere Schäden zu verhindern“, appelliert er. Laut Holzer sind die Kapazitäten dafür am Holzmarkt weiterhin vorhanden: „Die Industrie und die Abnehmer sind aufnahmefähig, das Schadholz wird kontinuierlich übernommen.“
Hohe Auftragslage
Auch Markus Lang, Geschäftsführer des Maschinenrings Raabtal, meldet eine hohe Auslastung, die wohl bis in den Sommer hinein anhalten wird: „Es ist wirklich viel kaputt. In den kommenden Wochen und Monaten sind wir noch stark beschäftigt“, erzählt er.
Derzeit kämen vermehrt Anfragen von Waldbesitzern, die kleinere Waldstücke besäßen, in denen einzelne kaputte Bäume aufgearbeitet werden müssen. „Wer noch Unterstützung braucht, sollte sich dennoch melden. Wartezeiten sind zwar unvermeidbar, aber vor allem bei kleineren Wäldern, wo vieles von Hand erledigt werden kann, findet sich immer eine Lösung“, betont Lang.