Wenn Robert Skalnik erzählt, dass er ein halbes Jahrhundert auf Meeren und Flüssen weltweit als Koch und Küchenchef arbeitete, viele Jahre davon sogar am ZDF-„Traumschiff“, danach im Spitzenmanagement bei Viking Cruises Karriere machte und nach Pensionsantritt den Jakobsweg von Frankreich nach Spanien ging, dann staunen viele. „Für meine Kinder ist das ganz normal, der Papa ist immer einmal da, einmal dort“, erzählt Skalnik schmunzelnd.

Robert Skalnik im Garten von Schloss Kornberg. Auch in seinem Ruhestand ist er umtriebig wie eh und je
Robert Skalnik im Garten von Schloss Kornberg. Auch in seinem Ruhestand ist er umtriebig wie eh und je © KLZ / Julia Schuster

Vom Schlosshotel Pichlarn zum ZDF-„Traumschiff“

Er habe schon immer große Träume gehabt: „Ich wollte immer alles auf einmal und so viel wie möglich machen“, blickt der heute 68-Jährige zurück. Der gebürtige Liezener startete seine Karriere im luxuriösen Schlosshotel Pichlarn in Aigen im Ennstal. Weitere Stationen waren das Hilton in München und das Grand Hotel Oslo in Norwegen. 1980 zog es Skalnik dann auf das Schiff – bis er nach knapp zehn Jahren als Küchenchef auf das ZDF-„Traumschiff“ ging.

„Ich war in jeder Folge zu sehen“, erzählt Skalnik – und zwar jeweils in der Schlussszene bei der Eisparade im Zuge des Kapitänsdinner zur klassischen „Traumschiff“-Melodie von James Last. Zu dieser Melodie heiratete er dann später übrigens auch seine Frau Sonja, die er an Bord kennenlernte: die heutige Vorsitzende des Thermen- und Vulkanlands, Prokuristin von Schloss Kornberg sowie Vizebürgermeisterin in Feldbach.

Nach der „Traumschiff“-Zeit verschlug es Skalnik dann zu Viking Cruises, wo er für 17 Flussschiffe und 1200 Beschäftigte verantwortlich war: „Es war extrem stressig, aber auch extrem schön“, erinnert er sich. Für ihn sei damals klar gewesen, alles zu geben: „Wenn man den Job wollte, hat das dazugehört. Work-Life-Balance war damals noch kein Begriff.“ Sein Ruhepol war seine Familie zuhause am Land in Untergiem.

In Gran Canaria auf Jakobsweg vorbereitet

Nach all diesen Abenteuern im Berufsleben war für Skalnik klar, dass „einfach zuhause sitzen und Ruhe geben“ keine Option ist. Mit 60 Jahren hat er sich dann eine Harley Davidson gekauft und etwa drei Monate auf Gran Canaria verbracht. Aber nicht, um zu urlauben: „Ich bin jeden Tag um 7 Uhr zehn Kilometer barfuß im Sand gelaufen – zur Vorbereitung auf das Pilgern.“ Der berühmte Jakobsweg stand auf seiner Bucketlist.

Angetreten ist er diese Reise dann nach Ostern 2025. Aufgebrochen ist er mit einem Rucksack, der völlig durchnässt vom Förderband am Flughafen angekommen ist. „Der Start am Fuße der Pyrenäen bei leichtem Nieselregen und Nebel war eine der härtesten Strecken überhaupt“, erzählt Skalnik. Die Bucht von Biskaya im Atlantischen Ozean, die sich von Galizien bis zur Bretagne erstreckt und für ihre starken Stürme bekannt ist, kannte er von der Meerseite. Sie vom Land zu sehen, sei für ihn eine völlig neue Erfahrung gewesen.

Aufgeben war nie eine Option

Die ersten 700 Kilometer meisterte er alleine, 110 Kilometer pilgerte er gemeinsam mit seiner Frau. „Das war für mich ganz ungewohnt. Plötzlich führst du nicht mehr innerlich einen Dialog“, erzählt er. Es seien alte Erinnerungen hochgekommen – und er habe Zeit gehabt, prägende Ereignisse zu verarbeiten, etwa einen schweren Skiunfall in der Schweiz, den Tod seiner Mutter oder die Geiselnahme, die er in einer Bar in Frankfurt erfuhr. Nicht nur mental, auch körperlich war die Reise anstrengend: Starke Knieschmerzen machten Skalnik gegen Ende zu schaffen: „Aber aufgeben war nie eine Option“, betont er.

Um seine Familie und Freunde auf dem Laufenden zu halten, postete er auf Facebook und Instagram. „Dann wollte ich den Leuten etwas bieten und Legenden und Pilgersprüche dazuschreiben. Viele haben dann gesagt, ich soll ein Buch darüber schreiben.“

Der nächste Weg ist bereits in Planung: Er möchte den Camino Portugues von Porto nach Santiago de Compostela gehen. Denn was er wieder erfahren möchte, ist der Zusammenhalt: „Jeder ist freundlich und hilfsbereit. Egal, woher du kommst, auf diesen Wegen bewegt sich die ganze Menschheit und alle verstehen sich.“