Jedes einzelne Ansuchen, das bei „Steirer helfen Steirern“ einlangt, erzählt eine Lebensgeschichte. Manche berühren leise, andere gehen tief unter die Haut. Sie erzählen von einem Mindestpensionisten, der nach drei Jahren ohne Heizung endlich wieder einen Winter in einer warmen Wohnung verbringen kann. Von einer Sechzigjährigen, die sich über ihr erstes eigenes Bett mit Matratze und Lattenrost freut. Von einer Siebzigjährigen, die endlich Hilfestellung erhält, um ihre erwachsene Tochter, die an einer schweren Behinderung leidet, zu waschen. Und von jenen plötzlichen Bruchstellen im Leben, an denen ein Schicksalsschlag alles verändert.

Verunglückt auf dem Weg zum Heiratsantrag

Ein Schicksalsschlag hat Ende August eine tiefe Kerbe in das Leben der 22-jährigen Jessica gerissen: Ihr Lebensgefährte kam bei einem Unfall ums Leben – auf dem Heimweg, mit einem Überraschungsgeschenk im Auto für den geplanten Heiratsantrag. Viele Leserinnen und Leser der Kleinen Zeitung haben mit großer Bestürzung reagiert und wollten der jungen Mutter und ihrem damals erst sechs Wochen alten Sohn Leano in der ersten Zeit beistehen – mit ihrer Spende. Die große Welle der Hilfsbereitschaft bezeichnet Jessica als Licht in dunklen Tagen: „Natürlich ist alles noch immer extrem schwer, aber die Hilfe von den vielen Menschen macht die Anfangszeit ein wenig leichter. Der Leano und ich sind ja ganz allein – und jeder Cent, den wir bekommen haben, hilft uns sehr. Vielen Dank für die liebe Unterstützung!“

Jessica: „Die Hilfe macht die Anfangszeit ein wenig leichter“
Jessica: „Die Hilfe macht die Anfangszeit ein wenig leichter“ © KLZ / Nicole Stranzl

„Man kann nicht alles allein schaffen!“

Auch Kathrin Mahr weiß, was es heißt, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Ihre Tochter Valentina, heute neun Jahre alt, leidet an der Glasknochenkrankheit. Ein harmloser Sturz führte vor sechs Jahren zu einem schweren Schädel-Hirn-Trauma – Wochen der Angst folgten. Zwar hat sich Valentina erholt, doch sie ist im Alltag auf ständige Unterstützung angewiesen. In der nicht barrierefreien Wohnung war jeder Handgriff eine Herausforderung: Wickeln, Waschen, das Bewältigen der Stufen – all das wurde zur Belastung. Dank der Spenden unserer Leserschaft und mit Unterstützung von Kathrins ehemaligem Arbeitgeber Ringana konnte das Badezimmer umgebaut werden; die Firma Bad3 führte die Arbeiten aus. „Als wir, zurück von der Reha, das neue Bad zum ersten Mal gesehen haben, standen uns die Tränen in den Augen. Nicht nur, weil es so schön geworden ist, sondern weil ihr das möglich gemacht habt! Wir können es kaum in Worte fassen, wie viel uns das bedeutet. Ihr habt mit eurer Unterstützung nicht nur ein Badezimmer ermöglicht, sondern ganz viel Erleichterung, Freude und Lebensqualität geschenkt. Jetzt ist es ein Genuss, Valentina zu waschen!“, freut sich Mahr. Was Valentina dazu meint? „Sehr schön!“ Einen Appell richtet Kathrin Mahr an Menschen, die ihren Alltag unter schwersten Bedingungen meistern und meinen, ihnen stehe keine Hilfe zu: „Ich kann nur allen da draußen sagen: Nehmt Hilfe an! Man kann nicht alles allein schaffen!“

Kathrin Mahrs Appell an Menschen in Notlagen: „Nehmt Hilfe an!“
Kathrin Mahrs Appell an Menschen in Notlagen: „Nehmt Hilfe an!“ © KLZ / Nicole Stranzl

„Man darf also noch träumen“

Als die Geschichte von Barbara Buder publik wurde, reagierten viele Leserinnen und Leser tief betroffen: Ihr Blindenhund Ares war durch einen Giftköder ums Leben gekommen – für die blinde Frau ein unermesslicher Verlust. Ares war ihr Weggefährte, ihre Orientierung, ihr Schlüssel zur Welt – sein Tod bedeutete den Verlust ihrer Selbstständigkeit. Doch Dank Ihrer Spenden und zusätzlicher Aktionen kamen die benötigten 45.000 Euro für die Finanzierung eines neuen Assistenzhundes zusammen. Und das Glück brachte noch einen Nachschlag: Statt der üblichen zweijährigen Wartezeit kann Barbara Buder schon nach zwei Monaten ihre neue Hündin Mädi in Empfang nehmen: „Ich habe so geweint, als ich die Mädi kennengelernt habe – weil es so gepasst hat. Sie ist einfach mein Mädi! Man darf also noch träumen auf dieser Welt. Ich möchte jedem erzählen, wie glücklich ich bin. Auch wenn ich nichts sehen kann: Meine Welt ist jetzt hell. Ich wünsche jedem so viel Glück, wie ich es jetzt hab – miteinander sind wir stark.“

Krebstod einer dreifachen Mutter

Vor zwölf Tagen ist die 34-jährige Lisa Mayer ihrem schweren Krebsleiden erlegen – jener Krankheit, die bei ihr während der Schwangerschaft zu ihrem dritten Kind diagnostiziert worden war. Anton kam gesund zur Welt, doch die junge Obersteirerin hat den Kampf gegen die Krankheit verloren. Auch in diesem besonders tragischen Fall haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, nicht nur Mitgefühl gezeigt, sondern gehandelt. Durch Ihre Spenden unterstützen Sie Lisas Ehemann in einer Zeit, in der Trauer und Verantwortung zugleich schwer auf seinen Schultern lasten. Johannes Mayer ist berührt von der Hilfsbereitschaft: „Wenn die Kinder gerade nicht da sind, ist es hart. Dann kommt man zum Nachdenken. Sobald die Kinder wieder um mich sind, schaut man nach vorne. Es war Lisas Wunsch, dass alles weiter funktioniert, sie hat uns auf alles vorbereitet. Und wir werden das alles schaffen.“

Johannes Mayer: „Es war Lisas Wunsch, dass alles weiter funktioniert“
Johannes Mayer: „Es war Lisas Wunsch, dass alles weiter funktioniert“ © Kk

Diese Geschichten stehen stellvertretend für viele weitere, in denen Ihre Spenden Hoffnung schenken und Leben verändern. Sie zeigen, was Mitgefühl und Zusammenhalt bewirken können. Albert Camus schrieb einst, die größte Versuchung des Menschen sei die der Gleichgültigkeit. Sie, liebe Leserinnen und Leser, setzen mit Ihrer Menschlichkeit Tag für Tag ein starkes und weithin sichtbares Zeichen dagegen. Und wir bitten Sie: Lassen Sie uns weiter gemeinsam an Geschichten des Miteinander und Füreinander schreiben!