Es war der 25. August, an dem Barbara Buders Leben jäh aus den Fugen geraten ist. Denn an diesem 25. August, einen Tag nach seinem neunten Geburtstag, stirbt ihr Hund Ares. Buder bemerkt in der Früh, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Ihre Tochter fährt daraufhin mit dem Rüden und ihr in die Tierklinik nach Leoben.

Es stellt sich heraus, dass er „Wurststückchen gefressen hat, so etwas bekommt er von uns nie. Da war Gras dabei, also muss er sie in der Wiese aufgenommen haben, als mein Lebensgefährte mit ihm das erste Mal draußen war“, sagt die Triebenerin. Und mit der Wurst höchstwahrscheinlich auch Gift. „Es gibt ein neues Rattengift, das auskühlt und austrocknet und auf die Nerven losgeht.“ Genau das passiert auch mit Ares, „er war ganz kalt und dehydriert, hat dann auch nicht mehr gehen können“. Die Bemühungen des Klinikpersonals sind am Ende umsonst, Ares verliert am Abend den Kampf um sein Leben.

„Leben ist zum Stillstand gekommen“

In der Region seien in letzter Zeit mehrere Hunde vergiftet worden, sagt Buder betroffen und ergänzt: „Ich verstehe so viel Herzlosigkeit nicht.“ Mit dem Labrador, der sieben Jahre an ihrer Seite war, wurde ihr nicht nur ihr „treuer Freund und Begleiter“, sondern auch ihre Freiheit genommen. Denn Barbara Buder ist blind, und Ares war ihr Assistenzhund. „Mein Leben ist zum Stillstand gekommen“, sagt die Triebenerin. Wenn sie mit ihm draußen war, „hat er für mich geschaut, wo ich hingehe und dass ich nicht stolpere. Ich bin nie hingefallen, es war mit ihm sicherer als mit dem Stock. Ich habe mich zu hundert Prozent auf ihn verlassen können“.

Um das als Vierbeiner bewerkstelligen zu können, braucht es eine umfangreiche Ausbildung. Davor komme ein künftiger Blindenhund als Welpe zu einer Patenfamilie, wo er das Hunde-Einmaleins lernt, erzählt Buder. Nach einem Jahr werde er auf Herz und Nieren durchgecheckt, ist er gesund, beginne für ihn der Ernst des Lebens. Auch das dauert ein Jahr. Dabei lernt er unter anderem Treppen, Lifte, Ampeln oder Zug- und Bustüren anzuzeigen. Am Ende wartet eine Prüfung, bei der geschaut wird, ob das Gelernte sitzt und Hund und Herrl zusammenpassen, so die Triebenerin. Als Mensch müsse man ebenso lernen, „das war für mich anstrengend. Aber danach war es ein Wahnsinn, eine Bereicherung“.

45.000 Euro für einen Blindenhund

Die Ausbildung schlägt sich mit hohen Kosten nieder, 45.000 Euro müssen für einen Hund bezahlt werden. Geld, das kaum jemand einfach so auf der hohen Kante hat. Auch Barbara Buder nicht. „Ich muss das Haus noch abbezahlen, habe nur eine kleine Rente.“ Die Nachricht vom Tod des Hundes löste eine Welle der Hilfsbereitschaft in der Region aus. Der Liezener Lions Club Anasia hat ebenso Hilfe zugesichert wie Bürgermeister Klaus Herzmaier, die Triebener Jugend ein Benefizfußballspiel absolviert, der örtliche Stockverein ein Turnier zugunsten Buders. Und auch „Steirer helfen Steirern“ hat sich nun eingeschaltet.

„Ich möchte schon jetzt tausendmal danke sagen für die Unterstützung“, sagt die Triebenerin gerührt. Wenn alles gutgeht, wird sie in spätestens zwei Jahren wieder einen Vierbeiner an ihrer Seite haben - und damit auch ihre Freiheit zurückgewinnen.