Sie folgen Thomas Spann als Präsident von „Steirer helfen Steirern“ nach. Überwiegt die Freude oder der Respekt vor der Aufgabe?
ANDREAS PRÜCKLER: Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe, vor der ich großen Respekt habe. Es ist eine Ehre und ein Auftrag. Thomas Spann hat die Hilfsaktion der Kleinen Zeitung mit großer Umsicht und Menschlichkeit sowie unermüdlichem Einsatz geleitet. Diesen Weg möchte ich mit der Unterstützung unserer Leserfamilie, gemeinsam mit unseren Partnern und mit meinen Kolleginnen und Kollegen weitergehen. Wir werden daneben auch neue Impulse setzen, dabei aber nie aus den Augen verlieren, worum es bei „Steirer helfen Steirern“ geht: zu helfen, wo Hilfe benötigt wird.
Wo wird konkret Hilfe benötigt?
PRÜCKLER: Die Hilfsbedürftigkeit und die Herausforderungen sind groß, auch in der Steiermark. Auf der einen Seite gibt es Extremereignisse wie die immer heftigeren Unwetter und Hochwasser oder den schrecklichen Amoklauf in Graz. Hier konnten wir Steirerinnen und Steirer mit unserer Soforthilfe unbürokratisch und schnell helfen und unterstützen längerfristige Maßnahmen. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Schicksale, die nicht im Scheinwerferlicht stehen: Armut, Delogierungen, eine Behinderung, eine schwere Krankheit oder ein plötzlicher Todesfall in der Familie – Schicksalsschläge, die das Leben erschüttern und aus dem Gleichgewicht bringen. Gerade hier wollen und müssen wir hinschauen und Hilfe anbieten. Wegschauen gilt nicht.
Welchen Beitrag leistet die Leserfamilie?
PRÜCKLER: Die Leserinnen und Leser der Kleinen Zeitung sind das Rückgrat von „Steirer helfen Steirern“. Sie sind „Steirer helfen Steirern“. Dazu zählen auch die vielen Vereine und Unternehmen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und uns mit Benefiz-Aktionen und Spenden unterstützen. Diese positive Kraft der Gemeinschaft und die Hilfsbereitschaft sind in der Steiermark überall und das ganze Jahr hindurch spürbar. Dafür sind wir unglaublich dankbar und wollen auch in Zukunft darauf bauen.
Was bringt die Zukunft?
PRÜCKLER: Ich bin Optimist. Wo es Schatten gibt, gibt es auch Licht, das hat die Arbeit bei „Steirer helfen Steirern“ in den letzten Jahren gezeigt. Sie hat auch gezeigt: Gemeinsam können wir vieles schaffen. Wir wollen mit unseren Geschichten den Zusammenhalt in der Gesellschaft weiter stärken, neue Kommunikationskanäle nutzen, Kooperationen wie die „Iron Road for Children“, die Herzenswunsch-Auktion oder „60 sec portraits“ weiterführen oder erweitern, auf Jung wie Alt zugehen und voneinander lernen. Der Mensch steht seit 20 Jahren im Mittelpunkt unserer Arbeit – das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.
„Steirer helfen Steirern“-Präsident
Andreas Prückler: „Der Mensch steht immer im Mittelpunkt“
Interview.
Als neuer Präsident von „Steirer helfen Steirern“ baut Andreas Prückler auf die positive Kraft der Gemeinschaft.
© KLZ / Stefan Pajman