Ein kleines Herz blitzt zwischen Daumen und Zeigefinger hervor, kein Tattoo, sondern ein selbst aufgemaltes. Es gehört zu Reinhard Winkler und ist für seine dreijährige Tochter Luisa.

Als seine Lebensgefährtin Viola Katharina Krisper zur Geburt der zweiten Tochter im April ins Krankenhaus musste, habe sie sich selbst und Luisa ein Herz aufgemalt. Wenn die Dreijährige sie vermisst und umarmen will, dann solle sie es streicheln und ihre Mama spürt das im Spital.

Umarmung gen Himmel geschickt

„Jetzt habe ich es mir selbst aufgemalt und Luisa gesagt, wenn sie ihre Mama vermisst, dann soll sie das Herz berühren und ihre Mama spürt die Umarmung im Himmel“, erklärt der 34-Jährige und streicht sanft mit dem Zeigefinger über das Herz.

Nach der Geburt von Tochter Ella fuhr Winkler vom LKH Südweststeiermark in Deutschlandsberg nach Hause, da Luisa trotz der Bemühungen der Oma nicht einschlafen wollte. Dann läutete das Telefon. Er solle kommen, schnell. Viola Krisper starb wenige Stunden nach der Geburt aufgrund eines Aneurysmas. Rückblickend habe er dann einfach funktioniert. „Die Spitalsmitarbeiter waren sehr nett, ich konnte Ella auch noch ein paar Tage im Krankenhaus lassen. Ich habe sie jeden Tag besucht, hatte aber so die Zeit, einiges zu regeln“, erzählt Winkler, der gebürtig aus Liezen kommt.

Mama lebt im Himmel

Er selbst habe das Geschehene noch nicht vollständig realisiert. Es sei für ihn so, als würde seine Partnerin gleich heimkommen. Der Dreijährigen erklärte der Vater, dass die Mama krank war und jetzt im Himmel lebt. „Vor Kurzem hat sie in den Himmel geschaut und ‚Hallo Mama‘ gesagt“, erzählt er und blickt durch das Fenster im Essbereich des Hauses nach draußen gen Himmel.

Die kleine Ella schläft währenddessen daneben in ihrem Gitterbett. Mit vollem Namen heißt das fünf Wochen alte Mädchen übrigens Ella Viola Ingrid. Viola hat der Familienvater in Gedenken an seine Frau beigefügt.

Ein treuer Gefährte auf Vierbeinen

Neben dem Bettchen sitzt Balu, der neunjährige Chihuahua. Der Rüde gehörte Viola Krisper, er sei schon während der Schwangerschaft nicht von ihrer Seite gewichen. „Balu passt auf Luisa und Ella auf“, sagt der 34-Jährige und blickt lächelnd zu dem Vierbeiner.

Derzeit ist der Angestellte im Bereich Finanzen und Immobilien voraussichtlich für zwei Jahre in Karenz. Aktuell hilft ihm seine Mama im Haus. In der Nacht hat er ab und zu einen kleinen Beistand. Wenn Ella nämlich quengelt, wacht ab und zu auch ihre große Schwester auf. Während Winkler die Neugeborene füttert steht Luisa dann an der Seite ihres Papas. „Wir schaffen das“, sagt der 34-Jährige entschlossen, während sein Blick auf dem Baby ruht.

Um ihn finanziell zu unterstützen, hat Steirer helfen Steirern ein Spendenkonto eingerichtet. Mit den Spenden sollen die Bestattungskosten beglichen sowie die laufenden Kosten, unter anderem die Kinderbetreuung, eine Zeit lang übernommen werden.