Er kämpft und das Tag für Tag. Paul Krischan war seit seinem achten Lebensjahr begeisterter Skateboardfahrer. Im Juni 2023 stürzte der Leibnitzer mit seinem Skateboard. Was zuerst wie ein harmloser Sturz aussah, endete in einer Not-Operation. Es bleibt nicht die einzige.
Die Diagnose: Tetraplegie (Lähmung aller vier Extremitäten) und ein Teil des Gehirns ist versehrt. Ein Schock für die ganze Familie. „Eigentlich hätte Paul im Sommer 2023 mit der Lehre zum Mechaniker beginnen sollen. Er hatte Pläne und Träume“, erinnert sich Mama Natascha Krischan. Nach Monaten im Krankenhaus wird Paul ins neurologische Rehazentrum nach Salzburg verlegt.
Zurück nach Hause
Diesen Sommer durfte der 16-Jährige wieder zurück nach Hause. Dort weicht seine Mama seither nicht von seiner Seite. Sie kann seine Blicke wie Laute deuten und pflegt ihn mit Unterstützung von Pauls 19-jähriger Schwester. Der Jugendliche wird mit einer sogenannten PEG-Sonde zudem künstlich ernährt. „Paul ist ein Kämpfer und gibt nicht auf“, sagt Natascha Krischan und streichelt dem Jugendlichen über das Haar. Er sieht sie an und lächelt.
Auf seinem Krankenbett sitzen ein paar Stofftiere, zwei Skateboards hängen an den Wänden und an der Decke und an Regalen kleben ein paar schwarze kleine Deko-Fledermäuse. Neben seinem Bett türmen sich auf einem Beistelltisch Medikamente, Cremen und alles, was der 16-Jährige für seine Pflege benötigt. 18 Spritzen muss ihm die frühere Altenpflegerin und Tagesmutter etwa täglich verabreichen.
Deckenlift für Dusche benötigt
Die Kosten für seine Therapien, Medikamente und Pflege sind hoch, nicht alles werde von der Krankenkasse bezahlt. Um ihn leichter duschen zu können, benötigt die südsteirische Familie dringend für den zirka 1,86 Meter großen Jugendlichen einen Deckenlift im Badezimmer. Doch dieser kostet mehrere Tausend Euro. „Es geht so einfach nicht mehr. Das Duschen im Duschsessel ist sehr mühsam und sollte ihn aber eigentlich entspannen“, erklärt Krischan.
Die ganze Situation sei für die ganze Familie sehr belastend, körperlich wie emotional. Es gibt aber auch Lichtblicke. Paul hat aufgrund der Therapien und Hilfe seiner Familie mittlerweile Fortschritte gemacht. Er kann etwa den Kopf halten und drehen, für ein paar Sekunden stehen, wenn man ihn aufrichtet, mit der Hand gezielt greifen und seit Kurzem ein wenig schlucken. „Viele haben gesagt, dieses oder jenes wird Paul nicht mehr können und genau das kann er jetzt. Er hat einen sehr starken Willen“, sagt sie und ist überzeugt, dass ihm auch die Liebe der Familie hilft.