Es sind die Leserinnen und Leser der Kleinen Zeitung, die sich jene Erfolgsgeschichte auf die Fahnen heften dürfen, deren erstes Kapitel vor 20 Jahren in die Geschichte der Kleinen Zeitung eingeschrieben wurde. Denn es waren die vielen Briefe aus der Leserschaft mit dem Appell, die Kleine Zeitung solle sich gerade in der Vorweihnachtszeit für Menschen in Not stark machen, die schließlich zur Gründung des Hilfsvereins „Steirer helfen Steirern“ geführt haben. Und mit ihren großzügigen Spenden zeigten die Leserinnen und Leser sehr deutlich, wie wichtig ihnen Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe sind!

Denn zu viele Steirerinnen und Steirer wissen, wie rasch der Verlust des Arbeitsplatzes, eine Krankheit, eine Behinderung oder ein Todesfall in der Familie den gesamten Alltag aus dem Takt bringen können. Das Budget, das noch vor kurzem eine runde Sache war, wird zur täglichen Sorge. Viele Male haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit Ihren Spenden eine Hand gereicht, wenn bei in Not Geratenen die Kraft nicht mehr ausgereicht hat, um mit den Anforderungen des Alltags zurechtzukommen. Und oft war es genau diese eine Hilfe, die dem Weg der Betroffenen nachhaltig eine neue Richtung verliehen hat, nachdem eine Delogierung abgewendet, der Strom wieder angestellt und der Kühlschrank wieder gefüllt war. Aber auch Unwetterkatastrophen haben viele Steirerinnen und Steirer in den letzten Jahren bis ins Mark getroffen. Häuser waren unbewohnbar, oftmals alles Hab und Gut verloren, die Anstrengungen eines ganzen Lebens weggeschwemmt. Auf diese Katastrophen haben Sie mit einem raschen und lauten „Wir helfen!“ geantwortet und mit den großzügigen Spenden dringend benötigte Soforthilfe geleistet, um Heizungen wieder instand zu setzen, alltagswichtige Möbel anzuschaffen, das Heim wieder bewohnbar zu machen.

Ihre Spenden formen Zukunft

Mit besonders großem Einsatz haben Sie auch geholfen, wenn wir in Form eines Spendenaufrufs auf schwere Schicksalsschläge aufmerksam gemacht haben, auf enorme Herausforderungen, mit denen Familien durch Behinderung oder schwere Krankheit zu kämpfen hatten. Ein barrierefreies Badezimmer, ein Hebelifter, ein Treppenlift oder ein Tafellesegerät lassen sich halt in den seltensten Fällen aus dem Familienbudget finanzieren. Ohne Ihre Hilfe, liebe Leserinnen und Leser, wäre sehr vieles nicht möglich gewesen, wären viele Sorgen auf den Schultern Betroffener liegen geblieben. Davon berichten auch die Menschen hinter den Spendenaufrufen.

Als Melina (14), die nach mehreren Kopf-Operationen schwer sehbeeinträchtigt ist, 2023 bangen musste, ob sie das Tafellesegerät, das für ihren Schulbesuch unverzichtbar ist, weiter nutzen kann, waren es Ihre Spenden, die den Verblieb des teuren Hilfsmittels in der Klasse ermöglichten. Für Anneliese Hirschmann, Melinas Mutter, eine riesige Erleichterung: „Wir sind den Spendern sehr dankbar, dass sie das möglich gemacht haben! Das Allerwichtigste überhaupt ist für Melina, dass sie in die Schule gehen kann. Alles andere machen wir so gut es geht nach der Schule, damit sie möglichst wenig Schulzeit versäumt, das ist ihr so wichtig.“ Und Melina ergänzt: „Mit diesem Gerät bin ich eine richtige Schülerin, wie halt alle anderen auch.“

© Beate Absenger

Dass der Alltag mit Emily (17), die aufgrund eines seltenen Gendefekts permanent auf Betreuung angewiesen ist, durch das barrierefreie Badezimmer viel einfacher geworden ist, freut die ganze Familie Schweiger. An den Moment, als er erfahren hat, dass die Leserschaft der Kleinen Zeitung durch ihre Spenden den Umbau ermöglicht, kann sich Manuel Schweiger noch genau erinnern: „Ich war damals sprachlos, als es geheißen hat ,Ihr könnt loslegen, wir haben die benötigten Spenden beieinander‘. Da hab ich absolut nicht gewusst, was ich sagen soll. Das war ein Gänsehautmoment. Für uns ist es eine große Hilfe, dass wir das Bad mit dem Rollstuhl benutzen können. Auch die Dusche ist wichtig, denn so können wir Emily zu zweit duschen – das ist so viel leichter, jetzt, wo sie auch größer und schwerer ist. Da sind wir auf ewig dankbar, das ist so eine große Erleichterung, noch mehr, als wir uns das vorher vorstellen konnten. Da denkt man gern zurück, wie das Ganze zustande gekommen ist.“

© Manuel Schweiger

In kleinen Schritten kämpft sich Paul (16), der seit einem Sturz mit dem Skateboard vor zwei Jahren mit der Diagnose Tetraplegie leben muss und bei dem auch die linke Gehirnhälfte beeinträchtigt wurde, ins Leben zurück. Die liebevolle Fürsorge seiner Mutter Natascha Krischan hat viele Fortschritte möglich gemacht. Aber auch die Unterstützung durch Spenden ist zu einem Feuerwerk der Möglichkeiten geworden, erzählt Krischan: „Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie dankbar wir sind, dass es Menschen gibt, die mit Herz spenden. Ohne Spenden könnten wir Paul nicht viel ermöglichen. Nur dadurch sind wichtige Therapien und Anschaffungen möglich – und vieles mehr. Ohne Spenden würden wir jetzt nicht so weit sein! Tausend Dank für die Herzlichkeit, die wir spüren dürfen!“

© Natascha Krischan

Nach einem schweren Motorradunfall im September 2023 ist Marcel Romor auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Umbauarbeiten, damit er trotz Behinderung in seiner Wohnung verbleiben kann, sind aus eigener Kraft nicht zu stemmen. Und auch diesmal lassen die Leserinnen und Leser der Kleinen Zeitung spüren: „Keiner bleibt allein zurück!“.  Eine Unterstützung, die Marcel Romor in dieser persönlich und finanziell schweren Zeit sehr geholfen hat: „Ich bin allen Spendern und Spenderinnen dankbar, die mir mit ihrer Unterstützung geholfen haben, die hohen Kosten für die Umbauarbeiten zu stemmen. Mein Motto im Spendenaufruf lautete damals ,Ich schau nach vorne, nie zurück‘, doch ein Blick zurück zu jener Zeit, in der sich ,Steirern helfen Steirern‘ meiner annahm, lohnt sich immer, denn zum Einen konnte ich feststellen, dass die Hilfe wirklich dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird, und zum Anderen wurde es für mich erst ab da wirklich möglich, trotz der gravierenden Änderung in meinem Leben positiv in die Zukunft zu sehen.“

© Maria Romor

Diese vier Geschichten stehen exemplarisch für viele, viele weitere, die wir Ihnen in den vergangenen 20 Jahren vorgestellt haben. Und sie alle sind Teil unserer Geschichte und unserer „Steirer helfen Steirern“-Familie.

Vielseitige Hilfe

Dass die Hilfsbereitschaft in der Leserschaft groß und vielseitig ist, zeigen auch Hilfestellungen abseits von monetären Spenden. Da ist zum Beispiel der Geschäftsführer eines Reparaturbetriebs, der seine unentgeltliche Hilfe bei der Reparatur von Elektrogeräten anbietet. Der Anwalt, der sich meldet, um in einem besonders prekären Fall sein wertvolles Know-how einzubringen. Der Motorrad-Club, der fragt, wo sie am besten Hochwasser-Betroffenen helfen können. Die Leserin, die nach einem Spendenaufruf der betroffenen Familie bei Arbeiten im Haus hilft. Das alles sind Sie, liebe Leserinnen, liebe Leser. Darauf sind wir stolz. Und dankbar. Unsere Bitte: Schreiben Sie auch an den nächsten Kapiteln „Steirer helfen Steirern“ mit!