Der Amoklauf am Dienstag hat nicht nur Polizei und Rettungskräfte gefordert, sondern auch die Krisenintervention. Sie war umgehend an Ort und Stelle, betreute Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Eltern nach der Wahnsinnstat. „Wir waren Teil der Akutbetreuung“, sagt Bettina Galli-Magerl, Leiterin der Psychosozialen Betreuung im Roten Kreuz Steiermark. Damit unterstützen 40 Freiwillige der Rettungsorganisation den Einsatz des Kriseninterventionsteams des Landes.

Rund 300 Elternteile betreut

Das Rote Kreuz hat dabei rund 300 Elternteile in der Askö-Halle und rund 200 Jugendliche in der List-Halle betreut: „Teilweise waren Einzelgespräche nötig, vielfach aber auch Gruppenmaßnahmen“, erklärt Galli-Magerl. Besonders schwierig war der Einsatz bei den Erziehungsberechtigten: „Da gab es beide Extreme – die Trauer bei den einen, die Erleichterung bei anderen.“

Denn die Krisen-Experten waren auch dabei, als die Polizei Todesnachrichten überbringen musste. Gegen 17 Uhr war der Einsatz vor Ort zwar vorbei – aber: „Danach haben wir im Rahmen der Stressverarbeitung mit unseren eigenen Mitarbeitern weitergemacht.“ Das sei wichtig, damit Notärzte und Sanitäter die Erlebnisse in der Schule verarbeiten konnten.

Geschehnisse auch für langgediente Helfer kaum zu ertragen

Denn die Geschehnisse im Borg waren auch für langgediente Helfer kaum zu ertragen. Und das, obwohl die Krisenintervention des Roten Kreuzes und seine 290 Ehrenamtlichen mit schwierigen Situationen vertraut sind. Üblicherweise ist man nach Unfällen mit Todesfolge, beim Existenzverlust durch Haus- oder Wohnungsbrände oder nach Unwettern im Einsatz. „Für diese wichtige Arbeit suchen wir noch Freiwillige“, sagt Galli-Magerl.

Eine Registrierung ist über die Homepage möglich. Die Finanzierung der Ausbildung, der An- und Abfahrtskosten in der ganzen Steiermark sowie des Equipments werden durch Spenden finanziert. Helfen Sie uns helfen – die Kleine Zeitung-Aktion „Steirer helfen Steirern“ unterstützt nach dem Amoklauf die Arbeit wichtiger Vereine in Sachen psychologischer Betreuung.