Anrainer-ProtestAmazon-Zentrum in Graz: "Wir werden protestieren, wir geben nicht auf"

Onlineversandriese will ja im Grazer Süden ein Verteilzentrum bauen. Im Interview betont Anrainerin: "Können dann nicht mehr die Fenster öffnen."

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So sieht das Amazon-Verteilzentrum in Wien aus (rechts). Dass ein solches auch in Graz-Liebenau entstehen soll, kann Anrainerin Regina Zenz nicht verstehen
So sieht das Amazon-Verteilzentrum in Wien aus (rechts). Dass ein solches auch in Graz-Liebenau entstehen soll, kann Anrainerin Regina Zenz nicht verstehen © KLZ/Wappl, APA/Techt
 

"Schwer enttäuscht" in doppelter Hinsicht zeigten sich dieser Tage Bewohner in Graz-Liebenau: Das Land Steiermark hat ja wie berichtet entschieden, dass vor dem geplanten Bau des Verteilzentrums von Amazon - auf einem Feld zwischen Esserweg und Liebenauer Gürtel - keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig ist. Zum Drüberstreuen erfuhren betroffene Anrainer davon aus den Medien.

Kommentare (45)
winequeen
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Und viele kaufen ein

Lustig ist es schon, dass bei diesem Beitrag auch eine Umfrage dabei ist ;-) Und nur etwa 20 Prozent sind gegen Online-Kauf... da erklärt sich doch alles von selbst. Würde mich interessieren, wie viele der Aktivbürger noch nie bei Amazon eingekauft haben...
Und angeblich sollen die Amazon-Lkw und -transporter ja eh elektrobetrieben sein - dann ist erstens der Lärm nicht so groß und die Luft leidet auch nicht ;-)

LaoQui
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Bitte, bitte: aufwachen und vorausdenken!

Ja, ich habe einmal ein antiquarisches Buch bei Amazon gekauft, das sonst auf der Welt nicht verfügbar war. Aber deshalb brauche ich kein Verteilzentrum in Graz, damit wir ja möglichst schnell hausfrei beliefert werden - und damit unseren eigenen Handel endgültig umbringen! Amazon zahlt bei uns kaum Steuern, deshalb ist manche Ware wohl auch so günstig. Aber das Geld fehlt dem Staat dann, um z. B. unsere Sozialleistungen aufrecht zu erhalten!
In der Stadt Graz wird - hoffentlich - künftig überhaupt nur mehr im E-Fahrzeugen zugestellt werden, damit werden wir jetzt von Amazon nur eingekocht! Und nach Graz kommen die Amazon-Waren wohl per Lastensegler?
Nur weil wir unseren A... nicht hochkriegen, liefern wir uns dem unersättlichen Riesen aus. Wieso kapiert Ihr nicht endlich, wie schnell das zu einer völligen Abhängigkeit führen wird. Ist Ihnen bekannt, das jetzt schon alle Europäer im Winter barfuß gehen müssten, wenn die Chinesen uns keine Schuhe mehr liefern. Bitte, endlich aufwachen!

Heike N.
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Ja gut, wie heißt es so schön

Einmal ist keinmal und das mal ( Milliarden Menschen?

Finde ich geheuchelt, deine Einstellung. Entweder ganz oder gar nicht. Aber nicht nur dann, wenn es halt doch bequemer ist und die restliche Zeit Aufruhr machen

Heike N.
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Ich verstehe schon, dass

einige aus allen Wolken gefallen sind, als sie von den Amazon-Plänen hörten.

Aber es ist ja nicht so, dass die Widmung erst seit vorgestern so ist, das wurde ja schon vor langer Zeit als Industriegrund gewidmet.

Da hätte man sich halt auch ein wenig schlau machen müssen vorher, nicht nur vermeintliche Grundstücksschnäppchen nehmen und dann Wirbel machen.

Tawo
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Grundstückschnäppchen

Wenn Sie jetzt auch noch bitte sagen wo Sie in Graz Liebenau Grundstückschnäppchen ausmachen - bitte gerne

Heike N.
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Die Einfamilienhäuser am Esserweg sind nicht neu

vor 20 Jahren hats da preislich sicher anders ausgeschaut als heute.

Den Bauträgern ist es wurst, wenn der Kunde nach ein paar Jahren in eine Industriehalle glotzt.

Ich würde mich immer informieren was vor mir gebaut werden kann, bevor ich ein Grundstück kaufe. Dass dieses riesige Feld nicht unbebaut bleiben wird war ja vorauszusehen.

LaoQui
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Die Häuser sind tw. 50 Jahre alt!

Im Übrigen kann selbstverständlich immer eine Umwidmung vorgenommen werden. Wenn z. B. von Gewerbe auf Wohnen umgewidmet wird, und sich damit der Wert der Grundstücke erhöht, kann die Stadt dafür Gegenleistungen verlangen. Das ist in Reininghaus und in der Waagner-Bir´ó-Straße so geschehen.
Stadtplanung ist eine komplexe Wissenschaft, sie hat aber sicher der Bevölkerung zu dienen, nicht den Investoren!!!

LaoQui
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Stimmt nur teilweise,

nicht was die Häuser betrifft, die schon seit Jahrzehnten stehen. Es ist auch nicht egal, welche Art von Gewerbe sich ansiedelt. Hier geht es aber um viel mehr: um die Preisgabe natürlichen Ackerbodens für eine Weltfirma, die sogar aus der größten Katastrophe noch höhere Profite zieht. Denen muss man wirklich nicht den roten Teppich ausrollen! Im Gegenteil: Die Stadt täte gut daran, Amazon im Interesse einer lebendigen Handelsstadt überhaupt den Appetit zu verderben. Dass es den Amazon-Hörigen nur um schnelle, billige Ware geht, ist leider der falsche Weg. Wieso ist das so schwer zu verstehen, dass wir uns so das eigene Grab schaufeln?

smithers
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Gibt es auch bereits eine Veranstaltung Pro-Amazon?

Ich würde dort sofort teilnehmen. Wenn sich ein Logistik oder Industriebetrieb in einem dafür vorgesehenen Industriegebiet niederlässt, dann halte ich das für vertretbar.

LaoQui
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Nicht nötig, Sie gehören schon Amazon!

Erst wenn Sie die ersten Primeln auch in Dosen bestellen müssen, werden Sie es verstanden haben.

TomTomTomTom
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ich verstehe die Aufregung nicht...

wichtig ist jedem, in Graz einen Grund zu haben, ein Haus zu bauen / zu kaufen, etc.
Wenn man dies schon will, sollte man sich gründlich überlegen, ob man wirklich zwischen einer bestehenden 4-spurigen Straße, Zuggleisen, einer Autobahn, einer Flughafeneinflugsschneise und einem seit ewiger Zeit ausgewiesenen Industriegrund bauen will.
Wie gesagt, jeder will in "Top"-Lage (also scheinbar in Graz) wohnen, dies muss dann noch günstig sein (warum baut man dann dort) und alle anderen müssen sich nach einem richten.
Ich wohne am Land und kann mich auch nicht aufregen, dass mich jeden Tag die Hunde und die Hähne der Nachbarn aufwecken - dem war ich mir schon im vorhinein bewusst und das akzeptiere ich auch!
Ich verstehe diese ständige Gejammere wirklich nicht mehr...

LaoQui
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Meine Empfehlung: einfach daheim bleiben!

Man sollte über Dinge, die einen ohnehin nicht betreffen, nicht mitreden; schon gar nicht, wenn man sich nicht auskennt. So ist z. B. der seinerzeit geplante Flughafen St. Peter nicht gebaut worden, also ist beim Liebenauer Gürtel auch keine Einflugschneise; auch keine Autobahn, sondern nur ein Zubringen und eben der Liebenauer Gürtel. Und die meisten Häuser am Esserweg sind vor Jahrzehnten gebaut worden. Weniger stören würde vielleicht das Logistikzentrum bei Ihnen am Land? Wenn ich allerdings die Umfrage anschaue, wo 2/3 unserer Mitbürger ohnehin schon von Amazon abhängig sind, dann ist eh Hopfen und Malz verloren ....

LaoQui
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Warum überhaupt Stadtplanung?

Die Stadt ist eine der größten Errungenschaften der Menschheitsgeschichte. Handwerker, Kaufleute und andere Leute wollten nicht länger Untertanen der adeligen Grundherrn bleiben und machten sich auf einem geeigneten Platz selbständig - jeder frei und mit gleichen Rechten. Und nicht mehr der Ritter, sondern der Bürger selbst musste für die Verteidigung der gewonnenen Freiheit sorgen. Diese solidarische Lebensweise war ein unerhörtes Erfolgsrezept. Damit aber niemand auf Kosten der Gemeinschaft wirken konnte, gab es Regeln, über die ein frei gewählter Stadtrat wachte. Erlaubt wurde nur, was der Mehrheit der Bürger zumutbar war. Nach diesem kurzen, notwendigen Rückblick, jetzt die Fragen, die die Grazer Stadtregierung als Vertreter ihrer Burger zu prüfen haben wird:
Kommt der Bau eines Logistikzentrums den Bürgern der Stadt mehrheitlich zugute?
Und zwar für eine weltweit operierende Firma, die vermutlich auch ihre heimischen Mitarbeiter nicht fair behandeln und der Geschäftswelt der Stadt in Zukunft großen Schaden zufügen wird. Wieviel ihrer Profite wird sie mit den Bürgern teilen, die bereit sind, ihrem Bau wertvolles Ackerland zu opfern? Wird das zusätzliche Verkehrsaufkommen so gestaltet, dass auch die direkten Anrainer keine unverhältnismäßigen Nachteile in Kauf nehmen müssen? Die Antworten sind nicht leicht zu finden, aber eines ist wohl fix: Die riesige Fläche, die heute für die Produktion von Nahrung verwendet wird, wäre danach für immer verloren!!

scionescio
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@Lao: da wo jetzt die Eigenheime stehen, war auch einmal ein Acker ….

… Hauptsache ich habe es für mich gerichtet und den anderen erkläre ich schon, warum das so bleiben muss!

Wambacher
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Ihre Wortmeldung

...bin natürlich für freie Meinungsäußerung, aber Daumen runter zu diesem schönen und wichtigen Kommentar verstehe ich nicht??
Vielleicht wurde ja nicht verstanden, was mit Ihren Aussagen gemeint war. Vielleicht wurde der Kommentar auch gar nicht gelesen, würde ja eine zu lange Aufmerksamkeitsspanne und Verstehen für das, was man liest voraussetzen ;) So gesehen wieder verständlich...

Wambacher
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Alle bestellen bei Amazon...

...aber keiner will dann deren Logistikhallen. Es ist wie mit den Handymasten, die will auch keiner, obwohl wir alle MObiltelefonie nutzen.
Niemand denkt darüber nach, welche Folgen das Online- Kaufverhalten hat, umwelttechnisch und für Gewerbetreibende, für unsere Orts- und Stadtzentren. Wie wird wohl die Grazer Herrengasse in ein paar Jahren aussehen ? Kompletter Leerstand? Billigläden, Lagerhallen für Online-Versand. Schöne neue Welt!
Die Politik schaut zu, es gibt keine Konzepte, w ie die Verbauung in der Hinsicht gelingen könnte. Jetzt wäre noch Zeit, Ideen für Lösungen sprießen zu lassen anstatt Logistikhallen, die das x-fache Ausmaß von Fußballfeldern haben. Werte PolitikerInnen: "Schafft endlich die gesetzlichen Grundlage, damit der Wildwuchs, die Zerstörung von Grünland und Ortskernen beendet wird. Der Flächenfraß geht sonst hurtig weiter und wir werden uns bald regional micht mehr selbst und unabhängig versorgen können.
China freut sich bestimmt auf unsere Abhängigkeit!

Ba.Ge.
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Amazon bietet auch regionalen Lieferanten eine Plattform

und versucht diese ständig auszubauen. Womöglich sind die Bedingungen manchmal etwas fragwürdig, aber kein Vor- ohne Nachteil - wie immer im Leben.
Die Vorteile dürften mit einer ausgezeichneten Logistik und dem Erreichen einer wirklich großen Menge an Publikum wohl überwiegen und diese Vorteile sind nicht ganz so leicht von heute auf morgen mit einem eigenen online-Shop aufzubauen.
Wieso denken hier viele so einseitig?

Wambacher
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etwas blauäugig...

...Nachteile: Amazon zahlt bei uns keine Steuern, deshalb sehr problematisch für die Konkurrenz, die Steuern bei uns abführen muss und dadurch mit den Preisen bei Amazon nicht mithalten kann. Sterben von Betrieben wirken sich auf unser STeuergeld aus, weniger Staatseinnahmen, und wo wird dann wohl zuerst gespart werden? Bei den Sozialleistungen....
Riesige Verteilerhallen vernichten wichtige Grünflächen für Wald, Wiesen, Parks und Ackerland, Versickerungsmöglichkeiten für Niederschlag, die Probleme sehen wir jedes Jahr (Unwetter, Überflutungen, schlechte Luft, Überhitzung in den Städten)....
=> Rasante Bodenversiegelung ist momentan eines der größten unserer Probleme.
Und Sie glauben doch nicht wirklich, dass Amazon für Unternehmen eine gute Plattform ist? Sie müssen dort billiger anbieten, sonst können sie nicht mithalten. Gruppendruck, weil man es sich als Unternehmen nicht mehr leisten kann, dort nicht vertreten zu sein. Es ist wie bei den Online-Reiseanbietern, auch da müssen Vermieter und Hotellerie vertreten sein, ob sie wollen oder nicht, weil sie sonst nicht konkurrenzfähig sind.
Diese Plattformen haben ihren Preis...

Ba.Ge.
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Richtig.

Mir ist eben vollkommen bewusst, dass selten etwas existiert, das nur Vor- oder Nachteile besitzt. Und ja, wie gesagt glaube ich, dass einige Unternehmen zumindest kurzfristig große Vorteile durch die Plattform erhalten.
Die Steuerproblematik ist nicht auf meinem Mist gewachsen und ich bin auch in nicht befugt, sie zu ändern - leider.

Ba.Ge.
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Schnelle Lieferung?

Natürlich gerne! Dafür sind aber logistisch gut gelegene Verteilerzentren notwendig. Aber niemand will eines davon in seiner Nachbarschaft sehen?
Denkt ihr überhaupt a bissi nach oder schimpft ihr einfach mal gegen ALLES? Ich vermute leider eher letzteres…

Dass Amazon sehr auf elektrische Mobilität setzt und daher auch die Lärmbelastung nicht ganz so intensiv ausfallen wird, ignoriert ihr dabei natürlich auch. Ihr seit die Besten! 🤦🏼‍♀️

Ba.Ge.
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*seiD

scusi.

SoundofThunder
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Wenn man selber nicht betroffen ist ist leicht reden

Dann zieh dorthin und kauf Dir dort ein Haus in direkter Nachbarschaft. Aber nicht ärgern wenn um 3 Uhr in der Früh die LKW an dir vorbei fahren.

Ba.Ge.
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Ich wohne recht nah an einer Autobahnauffahrt.

Ich kann mir zumindest annähernd vorstellen, wovon ich spreche - sonst würd ich es nicht tun, don’t worry ;)

DannyHanny
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Sound

Es ist ja nicht so, dass alle anderen, IN absoluter idyllischer Ruhe wohnen würden! Genug leiden unter Lärm durch Verkehr, Industrie, Handwerk, Verkehr durch Zulieferer .......usw.
Also die Herrschaften sind beileibe kein Einzelfall!

scionescio
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Was wohl Stadtbewohner mit ihren Fenstern machen ….

… die wären froh, wenn nur 1000 Fahrzeuge am Tag vorbeifahren würden… die eigene Villa hat natürlich keinen Boden versiegelt und der Pöbel kann ja ruhig in Hochhäusern zusammengepfercht werden - Hauptsache, mir geht es gut, sollen doch die anderen schauen, wo sie bleiben!

Heutzutage dürfen keine Glocken mehr läuten, keine Hähne mehr krähen, die Feuerwehr soll ohne Sirene fahren, weil manche im Schlaf gestört werden (da kann einem anderen ruhig das Haus abbrennen, bevor jemand aufgeweckt wird…), etc. … und die KLZ gibt diesen unsolidarischen Querulanten auch noch eine Bühne!

LaoQui
15
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Nichts verloren haben menschenverachtende Kommentare wie dieser

in der Kleinen Zeitung! Schämen Sie sich gar nicht?

 
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