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Wohnbau-BoomAktivbürger fordern jetzt Bausperren in Graz

Der von Fonds befeuerte Wohnbau-Boom erreiche ungesunde Ausmaße, warnt die Initiative unverwechselbares Graz und fordert, dass das Rathaus die Notbremse zieht. Immo-Experte Gerald Gollenz: „Das regelt der Markt.“

In Reininghaus entstehen in den nächsten Jahren 6000 Wohnungen.
In Reininghaus entstehen in den nächsten Jahren 6000 Wohnungen. © Danner
 

Wie rasant die Stadt – vor allem in Südwesten – wächst, steht in ihren Statistiken. In Puntigam hat sich seit 2015 die Zahl der Wohnungen fast um die Hälfte erhöht. „In Graz ist seit 2015 die Zahl der Hauptwohnsitze um 15.000 gewachsen“, rechnete Stadtplanungschef Bernhard Inninger in unserem Bericht am  Sonntag und wies zurück, dass Graz zubetoniert werde: Die bebaute Fläche des Stadtgebietes sei nur von 11,2 auf 12,3 Prozent gestiegen. Die Nachverdichtung sorge dafür, dass Grüngürtel, Innenhöfe und Gärten erhalten blieben.

Kommentare (17)
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stadtkater
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Irrtum, Herr Gollenz!

Es kann den Grazern nicht egal sein, wenn Grünflächen für Anlegerwohnungen zubetoniert werden, die dann oft leer stehen!

Dass die Bauherren solche Spekulationsobjekte gerne verkaufen, ist schon klar, aber wir haben dann immer weniger Wiesen und Wälder, nur damit Investoren sich lukrative Veranlagungen erwarten können. Die Arbeitsplätze der Bauwirtschaft wiegen die Nachteile bei weitem nicht auf.

wintis_kleine
8
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Also ehrlich gesagt

wenn ich den absolut grauslichen Bau am Foto oben sehe, bin ich heilfroh nicht in Graz wohnen zu müssen. Nungut, ich habe das Glück auch nicht dort arbeiten zu müssen und daher ist mein Weg zur Arbeit auch überschaubar.
Aber erhlich gesagt würde ich lieber eine einstündige Fahrt zu Arbeit in Kauf nehmen (z.B. mit der Schnellbahn) als täglich mit den Öffis durch halb granz zur Arbeit pedeln zu müssen, was vermutlich auch nicht viel weniger lang dauert. So wohne ich im Grünen und habe Wald und Wiese vor der Tür.
Es muss sich ein jeder selbst überlegen, was einem wieviel Wert ist.

Wambacher
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das Grünland schont so eine Einstellung aber auch nicht....

....sondern Zersiedelung am Land geht damit einher. Verdichtung ja, aber sinnvoll und lebenswert, was man von den Wohnschachteln, die seit Jahrzehnten von Genossenschaften errichtet werden ja nicht gerade behaupten kann...Und sie werden überall in ähnlicher Optik hingepflanzt ohne Rücksicht auf die Typografie des Ortes...Ansprechende und nutzbare Gestaltung der Außenräume in Wohnanlagen? Egal!

DukeNude
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Die wohnschachteln

Sind halt billig. Und nicht vergessen, je größer das Angebot, desto billiger wird es auch für die Nachfragenden. Die Wohnungspreise sind derart überhitzt, ich warte nur auf den crash mit den ganzen Anlegerwohnungen. Nur sollte man natürlich sinnvoll bauen, da gebe ich Ihnen recht.

CIAO
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und wieviel

Spekulation ist dahinter?
Aber gebaut muss werden, sonst zahlen die Baugesellschaften keine Dividenden....

Man könnte ja die alten schiachen "Neubauten" abreissen und da höher und tiefer bauen.
Um die "alten" Häuser wärs doch schad...

notokey
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Der Markt

regelt alles, allerdings erst um LICHTJAHRE zu spät. Zuerst dürfen noch alle hoffnungsfrohen Projektentwickler ihre Entwicklungen zu einem finanziell erfolgreichen Ende bringen.

Hat nicht ein renommierter Klimatologe bereits gesagt, dass Investitionen in Wohnungen in Graz heute schon eine sog. "Retro-Investition" sind?

Ich erinnere mich an eine Aussage, dass in Graz bis 2050 kuschelige Temperaturen aufgrund des Klimawandels im Sommer von bis zu 50 Grad erwartet werden. Langfristig sinnvoll ist also ein Wohnungskauf in Graz aus diesem Blickwinkel nicht.

SagServus
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Sollte die Nachfrage aufgrund gebremsten Wohnsitzwachstums nachlassen, wird auch weniger gebaut. Das alles regelt der Markt!

Natürlich regelts der Markt.

Auch das Platzen einer Blase ist Martkregulierung.

Nur halt mit dem Unterschied, dass es dann sehr viele Verlierer gibt und die Verursacher trotzdem als Gewinner aussteigen.

picklanton
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Leerstandserhebung bei Tiefgaragen

Eine Leerstandserhebung müßte auch die leerstehenden Tiefgaragenplätze erfassen. Sie sind das non plus ultra bei den Neubauten, führen aber wegen der Kosten trotzdem zur Auslagerung des ruhenden Verkehrs in den umliegenden öffentlichen Raum. Die Verkehrsplanung der Stadt sollte diesen Gesichtspunkt bei der Suche nach Lösungen für den ausufernden ruhenden Verkehr berücksichtigen.

Jamestiberius
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....

Wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch noch ungeniert in den Leechwald reingebaut wird. Man schaue sich etwa die Neubauten in der Gegend vom Häuserl im Wald an...

:-(

Ragnar Lodbrok
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also wenn man sich die Bauten - Reininghausgründe, Brauquartier usw ansieht

- hat man das Gefühl, man ist in der DDR der 70er. Die Ähnlichkeit zu potthässlichen Plattenbauten ist unverkennbar - Wer auch immer diesen Architekten engagiert hat - teeren und federn!

Wambacher
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Architekturwettbewerbe

...eigentlich gibt es dort keinen Bau, der nicht aus einem fairen Architekturwettbewerb hervorgegangen wäre. Allerdings ist es oft so, dass der ursprüngliche Entwurf von den Genossenschaften so nicht verwirklicht wird sondern Abschläge gemacht werden. Am Ende ist in der Öffentlichkeit dann aber der Architekt schuld. Eigentlich läge es auch hier am Fachbeirat, die Augen auf die Genossenschaften zu richten und sie dazu zu veranlassen, den Entwurf original umzusetzen. Der Beirat ist ja in den Fachjurien von diesen Wettbewerben eingebunden und von Anfang an informiert. Warum dies aber nicht genutzt wird im Sinne einer qualitiätsvollen Verwirklichung, lässt doch einige Vermutungen zu.... Geschäftliche Verstrickungen und Seilschaften vielleicht?

picklanton
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"Bronx" von Graz

Solche Quartiere gleichen in 20 Jahren der Bronx in New York (mit allen damit verbundenen sozialen Problemen"

stadtkater
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Sie Optimist!

20 Jahre werden wir dafür sicherlich nicht warten müssen.

MMK2014
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Das sind eher Wutbürger!

Wieso wird den Verhinderern immer der Raum gegeben?

Gebt eher richtigen Aktivbürger wie jenen von MoviT, die nicht Verhindern, sondern mitwirken wollen mehr Raum!

zweigerl
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So Branchen

Es gibt halt so Branchen, auch die "notleidende" Luxusschiffkreuzfahrtsbranche in der heutigen Ausgabe zählt dazu, die sind auf dem expansiven Zerstörungstrip. Wir bauen die Stadt zu, dann kommt das Grünland dran. Der Aktivbürger-Initiative, die ein Ex-Stadtplanungschef anführt, ist ein durchschlagender Erfolg zu wünschen. Sie erinnert mich an die heute so segensreiche "Rettet die Altstadt"-Initiative in den sechziger Jahren.

Jamestiberius
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?

Finden Sie das Zubauen mit nichtssagenden Anleger-Schachtelhäusern und das Versiegeln aller möglicher Orte in Graz NICHT verhindenswert?

Finden Sie Natur, die immer stärker zerstört wird, nicht bewahrenswert?

Wambacher
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Zahnloser Grazer Fachbereiat?

Mit dem nach dem Grazer Modell vor Jahren eingeführten Fachbeirat für Architektur könnte dies ja reguliert werden. An dessen Entscheidungen würde sich Herr Gollenz die Zähne ausbeißen. Aber anscheinend ist dies ein komplett zahnloses Instrument.. Wir erklärt sich dieser rasante Bauboom von unansehnlichen Wohnbauten und Versicherungsbauten sonst??