In der Nacht auf den 9. Mai 1945 gegen zwei Uhr ist es nicht zu überhören und weckt viele Menschen aus dem Schlaf: Sie sind da – und zwar nicht die Briten, wie von den meisten erwartet, sondern die Russen. Eine junge Grazerin weckt ihre Familie auf, „lange schauen sie auf die Kolonnen von berittenen Soldaten in ihren unbekannten, braungrünen Uniformen“, heißt es im druckfrischen Buch „Roter Stern über Graz“, und ein paar Sätze weiter: „In diesem Moment ahnt Johanna Herzog noch nicht, dass die kommenden elf Wochen die prägendsten in ihrem Leben werden sollten: 75 Tage unter dem Roten Stern.“