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ElementarpädagogikStudentinnen wehren sich in offenem Brief gegen neuen 30-Stunden-Crashkurs

Studentinnen des Bachelorstudiums für Elementarpädagogik setzen sich in offenen Brief gegen den neuen 30-Stunden-Kurs für Kindergärtnerinnen zur Wehr. "Das wertet unsere Ausbildung und unseren Berufsstand ab".

Studentinnen fordern Qualität und Professionalisierung für die Kindergärten und Krippen © Monkey Business - stock.adobe.co
 

Anlässlich der Diskussion um den jüngst beschlossenen Crashkurs für die Arbeit als Pädagogin im Kindergarten melden sich die Studentinnen des Bachelorstudiums für Elementarpädagogik in Graz mit einem offenen Brief zu Wort:

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Danke für Ihr Verständnis.

ElementarpädagogInnen der PH und KPH Graz
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ElementarpädagogInnen PH und KPH Graz melden sich zu Wort

Wir, die nicht mehr ganz so jungen Akademikerinnen (kommen alleine im ersten Jahrgang auf über 450 Berufsjahre) stehen für Professionalisierung!
Wir erkennen sehr wohl die Notwendigkeit dieser Notlösung an und sind sehr dankbar für diesen Beschluss, denn er zeigt uns, dass es Zeit ist, auch in der Öffentlichkeit für unsere Kinder und deren Eltern Rückgrat zu zeigen. Unsere Eltern und Erziehungsberechtigte stehen hinter einer qualitätsvollen Bildung, sie wollen keine Reduzierung auf eine ausschließliche Betreuung oder „Aufbewahrung“ ihrer Kinder.
Des Weiteren geben wir zu bedenken, dass diese Notlösung notwendig geworden ist, weil der Großteil unserer Kritik, Ideen und Anregungen in den letzten Jahrzehnten nicht berücksichtigt worden ist.

Statt gegen etwas zu sein, ist es besser für etwas zu stehen:

-Parallel zum Notfallplan einen Maßnahmenplan zu entwickeln, um den Beruf wieder attraktiver zu machen und den Kindern die Qualität zu bieten, die sie verdienen wie auch
- ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kindern PädagogInnen und BetreuerInnen, um sowohl Betreuung als auch optimale Bildung sicherstellen zu können.
- und vor allem Wertschätzung, die auch in Form einer besseren Bezahlung sichtbar wird.
Dies sind die Punkte, die unseren Beruf wieder attraktiver machen. Es ist Tatsache, dass es ausreichend ausgebildetes Fachpersonal gibt, welches sich aus den oben genannten Gründen nicht dazu entschließt in den Beruf zu gehen. #kinderbrauchenprofis

sonjaschwarz
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Bitte recherchieren

Das muss man der KPÖ lassen - mit falscher Propaganda hat sie viel Aufregung erzeugt.
Dass jedoch unsere jungen Akademikerinnen, unsere Zukunftshoffnung, sich nicht die Zeit nimmt gut recherchieren und zu erkennen, dass dies ein Krisenprogramm ist, das keineswegs Leute zu Pädagoginnen ausgebildet werden und dass das zur Zeit unbedingt notwendig ist, um nicht Kinderbetreuungseinrichtungen zu schließen, ist einfach traurig.
Bitte lest den Beschluß!!!!
Zum Beispiel - Das dümmst Gerücht ist, dass mit dieser Maßnahme gespart werden würde. Diese Maßnahme erzeugt Mehrkosten für die Kinderbetreuungseinrichtungen, aber bewahrt sie vor der Schließung und die Eltern davor ohne Kinderbetreuung da zu stehen. Somit können die Eltern arbeiten und ihre Familie erhalten.
Bevor die Schimpftriaden der Parteijünger los gehen nur zur Info. Ich bin kein Politiker, sondern ich arbeite in einer Kinderbetreuungsorganisation.

nincarso
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Mehrkosten

Liebe Frau Schwarz,

ich bin nicht,
wie vermutlich Sie, Finanzvorstand einer der zwei großen Kindergarten-Trägereinrichtungen in der Steiermark, kann dass also nicht fachlich beurteilen.

Aber woher ihnen durch diese Maßnahme Mehrkosten entstehen, da sie ja nur Stellen besetzen die ihnen ja sowieso fehlen kann ich nicht erkennen ?

Oder sind ihnen 30h Ausbildung schon zuviel ?
Hätten Sie lieber eine Lösung mit noch mehr Kindern in der Gruppe gehabt ??

In der Elementarbildung geht es um unsere Kinder, welche die Zukunft unseres Landes sind!
Wenn Sie als Verantwortliche in einer Trägereinrichtung mehr Geld brauchen um diese Aufgabe zu erfüllen, dann sollten sie dass auch von den Politikern fordern!

#KinderbrauchenProfis

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Kienreich
( besorgter Vater von 3 Kindern )

sonjaschwarz
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Bitte beachten Sie das bestehende Gesetz

Lieber Herr Kienreich, schön dass wir beide uns nicht in der Anonymität verstecken.
Eine Pädagogin hat eine sehr gute Ausbildung.
Mit 30 Std Kurs wir niemand zur Kindergärtnerin, selbst wenn diese Person Elementarpädagogik, Sozialpädagogik,.... studiert hat.
Derzeit kann eine Betreuerin ohne Zusatzqualifikation die Pädagogin vertreten wenn nachweislich keine gefunden werden kann, zum Gehalt der Betreuerin. Das ist das derzeitige Gesetz.
Nun qualifizieren wir sie besser, nun bezahlen wir ihnen das Gehalt einer Pädagogin und müssen sie sobald wir eine ausgebildete Pädagogin gefunden haben wieder ersetzen.
Das sind alles Mehrkosten und Mehrauswand, aber es steigert die Qualität unserer Einrichtungen.
Fakt ist derzeit gibt es keine arbeitssuchenden Pädagoginnen am Arbeitsmarkt, wenn sich eine bei uns bewirbt kündigt sie wo anders und umgekehrt.
Wir Fordern vom Bund mit Unterstützung des Landes schon ewig mehr Kollegs und nach Möglichkeit eine Reformierung der Ausbildung. Wir sind für kleiner Gruppen, wir sind für eine Entlohnung wie die Lehrer, aber wir sind nicht Politik.
Diese Aufregung macht vielleicht den Sinn, dass der Bund sich bewegt, dass die KPÖ ein paar Stimmen mehr bekommt,...
Aber die gezielte Falschinformation der KPÖ verunsichert die Pädagoginnen, Betreuerinnen Schülerinnen, und Studierende. Das ist einfach nicht in Ordnung.
Beste Grüße
Peter Schwarz ( mit den Account seiner Frau)

nincarso
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Bestehendes Gesetz - versteh ich das richtig ?

S.g. Herr Schwarz,
DANKE für ihre Erläuterung.

Auch ich ziehe den persönlichen Diskurs anonymen Schmähungen vor, da ich etwas dazulernen und mich nicht nur aufregen möchte.

Habe mir das Gesetz genauer angesehen, und ganz kann ich ihrer Erklärung nicht zustimmen. Die von Ihnen angesprochene Vertretungsregelung ist im StKBBG §24 Abs. 2 geregelt und bleibt ja weiterhin in Kraft, somit ändert sich diesbezüglich an der derzeitigen Lage nichts.

Durch die nun beschlossene, für zwei Jahre befristete, Änderung des §4 des StAEG, kann ich leider immer noch keine direkten Personal-Mehrkosten erkennen, wobei ich natürlich die Kosten durch ihren Mehraufwand anerkenne.

Die Gesetzesänderung bringt neue Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt, das bringt sicher eine Erleichterung - aber Lösung sehe ich darin keine.
Was passiert danach? Zwei Jahre gehen schnell vorbei.

Nachdem Sie die Aufregung ansprechen:
Ich glaube, diese wird auch für Sie etwas gutes Bewirken,
weil ich hoffe dass dadurch Bewusstsein gebildet wird und Bewegung in die Sache kommt. Wenn in meinem Beruf eine solche Änderung anstehen würde, würde die Gewerkschaft auf die Barrikaden steigen und einen Aufstand provozieren. Aber da die PädagogInnen leider keine starke Vertretung haben, hat dies eben jemand anders übernommen.

Nutzen Sie diese Aufregung um weiterhin vom Bund mehr Kollegs zu fordern, Sie werden aktuell viel Unterstützung finden.

Beste Grüße
Manfred Kienreich

KaiMat
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Ja, bitte recherchieren

Ich kann Ihnen nur empfehlen den Bericht gründlich durchzulesen und nicht nur zu überfliegen. Es sind bereits fertig ausgebildete Elementarpädagoginnen die Ihrer Berufung nachgehen und sich in ihrer Freizeit weiterbilden. Denen zu unterstellen sie lassen sich von der Politik aufhetzten und würden sich nicht richtig informieren, halte ich für fragwürdig.

stadtkater
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Gespart wird,

indem man Hilfskräfte statt Akademiker anstellen und bezahlen will.

sonjaschwarz
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schon FALSCH - absicht oder irrtum????

die derzeitigen Pädagoginnen in Kinderbetreuungseinrichtungen sind keine Akademikerinnen und wir stellen gut ausgebildete und motivierte Elementarpädagoginnen an. Lesen sie mal für welche Berufsgruppen diese Aufschulung möglich ist.
Fast alle akademisch und sehr erfahrene Kinderbetreuerinnen. Es gibt im Kinderbetreuungsbereich keine "Hilfskräfte".