Ski-Weltcup SöldenAlexis Pinturault: "Vor Olympia in Peking fürchte ich mich ein wenig"

Weltcupsieger Alexis Pinturault über seinen Sommer und die Notwendigkeit eines Urlaubs, Olympia in Peking und die Sorge vor einem Lagerkoller und über das bittere, aber bevorstehende Ende der Kombination im alpinen Skisport.

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ALPINE SKIING - FIS WC Soelden
Alexis Pinturault ist bereit für den Start in den Olympiawinter © GEPA pictures
 

Alexis Pinturault lächelt. Der 30-Jährige wirkt gut erholt vor dem Start in die Saison, in der er erstmals als Titelverteidiger in das lange Rennen um den Gesamtweltcup geht. Zwei Tage vor dem Auftakt sprach der Mann aus Chamonix und „Teilzeit-Österreicher“ – während der Wintermonate wohnt er in Altenmarkt im Pongau – über ...

... seinen Sommer. Der war in Ordnung. Aber es hat seine Zeit gebraucht, bis ich die Motivation wiedergefunden habe. Es ist wirklich wichtig, sich völlig zu erholen. Und ich habe gemerkt, dass ich nach zwei Jahren ohne Ferien – im Vorjahr durften wir ja nicht reisen – einen Urlaub bitter nötig hatte. Ich habe eine Pause gebraucht, einen echten Schnitt. Es ist für mich auch wichtig, den Zeitpunkt, an dem man wieder auf die Ski steigt, immer weiter nach hinten zu schieben. Heuer habe ich bis Ende August gewartet.


... Olympia & Weltcup. Die Aussicht auf Olympia haben es leichter gemacht, sich zu motivieren – obwohl ich mich ein wenig vor Peking fürchte. Wenn es wahr ist, dass wir dort in strikter Quarantäne sein werden, dass wir nur im Zimmer, im olympischen Dorf und auf den Pisten sein dürfen für drei Wochen, dann wird das zäh. Sportlich ist Olympia nicht das Hauptziel, ich will ja den ganzen Winter gut sein. Aber die Spiele sind eben nur alle vier Jahre, daher wird es natürlich wichtig. Keiner weiß, was uns erwartet, das ist wieder fair, weil eben keiner die Pisten und Strecken gesehen hat.

Links der Redaktion (110e6b0c)

... den neuen, ausgeglicheneren Weltcup-Kalender. Theoretisch wird es leichter für mich im Weltcup – aber ganz ausgeglichen ist es ja nicht, weil wir nicht in jeder Disziplin neun Rennen haben. Noch eine Sache macht es einfacher, das hat aber eher mit der Corona-Pandemie zu tun: Wir haben abwechselnd Technik und Speed-Wochenenden, aber keine Wochen mehr, wie früher in Beaver Creek, wo alles gemischt war. Das macht die Vorbereitung leichter.

.... das Leben als Allrounder. Ich werde sicher nicht alle Rennen fahren. Wenn das jemand tun würde und dann auch noch behauptet, dass er nicht müde ist, dann muss man davon ausgehen, dass er ein echtes Problem mit der Einhaltung gewisser Regeln haben dürfte – den Anti-Doping-Regeln. Ich werde definitiv nicht alle Rennen fahren, das wär nicht machbar.

... das bevorstehende Ende der Kombination. Es ist schon traurig, denn ein Blick in die Siegerlisten zeigt, dass da wirklich alle große Namen gewonnen haben. Natürlich war die Kombi gut, aber auch als Sport müssen wir uns weiterentwickeln. Die Frage ist nur, ob es die richtige Richtung ist – das wird die Zukunft zeigen. Vielleicht gibt es andere Kombinations-Möglichkeiten, vielleicht muss man sie nicht streichen, sondern nur etwas ändern. Was nicht geht: Noch mehr Rennen im Kalender.

... den neuen FIS-Präsidenten. Jeder weiß, was Johan Eliasch geleistet hat, alleine mit der Firma Head. Er muss neue Motivation in den Verband bringen, weil alleine wird er nichts ausrichten. Die FIS ist ja groß, alle rund um ihn werden sich auch bewegen müssen, um etwas zu verbessern.

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