Die Zeiten haben sich geändert. Zum Glück. Denn auch im Spitzensport kehrt langsam die Erkenntnis ein, dass es keiner Härte von außen braucht, um erfolgreich zu sein. „Es kann kurzfristige Effekte geben. Aber es ist auch immer mit Folgen verbunden. Es war lange Zeit so, dass Personen in den Hintergrund getreten sind, weil es um Leistung geht, um Medaillen“, sagte Claudia Koller, die als Geschäftsführerin des Vereins „100 % Sport“ und dessen Ableger „Vera“ für „Genderkompetenz“ und „Safe Sport“ kämpft. Ein Thema, das aus dem angloamerikanischen Raum kam und immer wichtiger erscheint. Das IOC hat 2016 ein „Consensus Statement“ eingeführt, in dem es darum geht, Athletinnen und Athleten ins Zentrum zu stellen. „Es geht nicht um Wohlbefinden, sondern um Wohlergehen“, präzisiert sie. Sprich: „Höher, schneller, weiter: Ja. Aber es muss auch die psychische Integrität gewahrt werden.“
Hintergrund
Expertin Claudia Koller: „Es braucht keinen Druck im Leistungssport“
Claudia Koller ist Geschäftsführerin von „100 % Sport“ und „Vera“ und kämpft für fairen Sport.
© 100%Sport/Liam Achim Strasser