„Oh wie ist das schön“, ertönte es nach 2:42 Stunden. Die Arena in Kitzbühel bebte. Der Mann, der 2022 sensationell das Endspiel erreichte, sorgte am Dienstag nach einem 7:5, 5:7, 6:3-Erfolg gegen den als Nummer fünf gesetzten Argentinier Tomas Etcheverry für ein absolutes Tennisspektakel. Die Rede ist von Filip Mišolić, der aktuellen Nummer 97 im ATP-Ranking. Die Begegnung hatte nahezu alles zu bieten, was das Sportlerherz begehrt. Lediglich das „Medical timeout“ in Satz eins bereitete den Fans so manche Sorgenfalte. „Ich habe leichte Schmerzen im Knie gespürt“, erzählt der Steirer, der direkt nach der Partie versicherte, dass es ihm gut gehe.
Angesprochen auf die Bezeichnung „Mister Stoppball“ kam ihm ein Schmunzeln aus. „Die waren nicht so schlecht in engen Situationen. Nur zu Beginn habe ich mich nicht ganz wohlgefühlt, doch irgendwann habe ich die Atmosphäre, jede Sekunde, genossen.“ Mišolić hatte in den letzten Wochen einige Matches in den Beinen, doch von Müdigkeit keine Spur. Der 23-Jährige, der inzwischen Onkel ist, ließ nach dem verwerteten Matchball seinen Emotionen freien Lauf.
„Ich bin hier in der Lage zu gewinnen“
Trotz der Euphorie schwelgt er etwas in der Vergangenheit und sprach die nicht so einfachen Jahre an: „Ich habe mich oft nicht gut gefühlt, nur schwer die Motivation gefunden. Es ist nie leicht aus so einem Loch rauszufinden, aber ich bin dran geblieben“, sagt Mišolić und meint: „Ich bin hier in der Lage zu gewinnen.“ Der Gegner am Mittwoch ist übrigens Botic van de Zandschulp (NED).
Der Ladiesday bei den Generali Open begann allerdings rabenschwarz. Den „Länderkampf“ entschied Deutschland klar für sich. Der Salzburger Lukas Neumayer musste sich dem aufschlagstarken Yannick Hanfmann in zwei Sätzen geschlagen geben. Bitter war jene Phase, als der 22-Jährige nach Break und Rebreak bei 4:3 nicht weniger als vier Breakchancen vergab und bei 5:4 zwei weitere – das waren gleichzeitig Satzbälle.
Jan-Lennard Struff machte es seinem deutschen Landsmann gleich und schickte Lokalmatador Sebastian Ofner nach nur 64 Spielminuten mit 4:6, 1:6 nach Hause. Eine überraschend magere Vorstellung des Steirers, der selbst von sich enttäuscht gewesen ist und auf Spurensuche ging. Er hatte das Gefühl, dass irgendwie nichts funktioniert hat, „aber ich kann es nicht mehr ändern und muss es akzeptieren. Das Training hier war okay, aber nicht hervorragend.“
„Da habe ich teilweise meine Probleme“
Bevor jene Frage bezüglich seiner Ferse gestellt werden konnte, meinte er prompt: „Es passt super, ich bin schmerzfrei. Ich glaube, das Thema ist irgendwann erledigt.“ Im Gegensatz zu seiner Konstanz. Der 29-Jährige sieht Schwankungen im Spiel, vor allem beim Service. „Da habe ich teilweise meine Probleme. Das war auch etwas dem Training geschuldet, da ich bei weitem nicht so viel trainieren konnte“, meint Ofner.