Er schwärmt von der Willensstärke und dem Kampfgeist seines ganz großen Idols, Superstar Rafael Nadal. „Mir hat seine Einstellung imponiert und er ist auch außerhalb extrem sympathisch, so will ich auch sein. Ich habe ihn zuletzt in seiner Tennisakademie getroffen und mit ihm gesprochen. Das war cool“, erzählt Deutschlands Nachwuchsjuwel Justin Engel. Der 17-Jährige sorgt seit vergangener Saison für Schlagzeilen, als er als drittjüngster Spieler ein Match auf der ATP-Tour gewonnen hat. Seither geht es sukzessive steil nach oben.

In seinen Anfängen war aber gar nicht so klar, wohin seine Reise tatsächlich geht. Da musste Papa Horst, selbst Europameister (+40), tief in die Trickkiste greifen und „köderte“ seinen Sohn mit kleinen Geschenken. „Das waren Hot Wheels Autos, von denen ich damals Unmengen hatte. Damit hat er mich gut gelockt“, verriet Engel, der mit etwa zehn Jahren dann die Leidenschaft zur „Filzkugel“ entdeckt hat.

Die aktuelle 208 der Tenniswelt hat mit Ex-Tennisprofi Philipp Kohlschreiber nun einen Coach an seiner Seite, der ihm vor allem in puncto Spielintelligenz und Positionierung auf dem Platz enorm weiterhilft. „Er konnte am Platz einfach alles und hat hier in Kitzbühel ja auch zweimal gewonnen. Er gibt mir viel auf meinen Weg mit.“

Laut Aussagen seines Umfelds sei der Bayer, der am DTB-Stützpunkt in Oberhaching bei München trainiert, ein unglaublich harter Arbeiter und extrem diszipliniert. Angesprochen auf möglichen Druck, meint er in souveräner Manier: „Ich sehe es locker. Ich weiß, dass ich sehr intensiv und viel trainiere. Ich mache alles für den Erfolg und habe Spaß.“

Leidenschaftlicher Basketballer und Kickboxer

Auch abseits des Tennissports wird dem gebürtigen Nürnberger nicht fad. Er telefoniert oft stundenlang mit Freunden, spielt gern mal an der Playstation und ist ein leidenschaftlicher Basketballer und Kickboxer. „Ich bin meistens ziemlich entspannt“, sagt Engel, der dem Charme von Kitzbühel auch nicht widerstehen kann, wie er erzählt:

Seinen morgigen Gegner, den Brasilianer Thiago Seyboth Wild „kenn ich nicht so gut. Ich werde am Abend zuvor mit meinem Coach noch Videos ansehen, wo er seine Stärken und Schwächen hat“, sagt Engel, der in der Gamsstadt eine „Next Gen Wildcard“ erhielt.