Tennis? Golf? „Ich habe beides relativ lange gespielt, aber im Tennis war ich doch besser und so nahm alles seinen Lauf. Es hat sich schnell herauskristallisiert, dass es in Richtung Profisport geht.“ Während sich Lukas Neumayer für die „Filzkugel“ entschieden hat, brilliert seine Schwester Anna (20) am „Green“. „Da unsere Eltern ziemlich sportlich sind, waren wir auf diversen Sportplätzen. Sie unterstützen uns in jeglicher Hinsicht und ermöglichen uns viel“, erzählt der 22-Jährige, der heuer seine bisher stärkste Saison spielt.

Aktuell steht der Daviscupspieler im ATP-Live-Ranking um Position 160 – das bedeutet Neumayers Karriere-Hoch. „Es ist irgendwie der perfekte Zeitpunkt vor dem Heimspektakel in Kitzbühel und die Form stimmt auch“, grinst der Salzburger, der von Günter Bresnik und Touring-Coach Gerald Melzer betreut wird.

In den letzten zwei Jahren hat Neumayer hart an seiner körperlichen Fitness, sowie dem Aufschlag, seiner größten Schwachstelle, gearbeitet, wie er verriet: „Spielerisch ist das ganze Gesamtpaket besser geworden, die Grundschläge sind noch aggressiver und auch beim Service ist was weitergegangen.“ Seinem Paradeschlag, dem Stoppball bleibt er nach wie vor treu, auch wenn der Coach meint, dass er ihn nicht so häufig spielen soll. „Dürfen ist so eine Sache, aber ich spiel‘ sie weiterhin. Die bleiben im Repertoire“, grinst Neumayer und fügt hinzu:

OBERPULLENDORF,AUSTRIA,06.JUL.25 - TENNIS - OETV, Austrian Championships. Image shows Lukas Neumayer (AUT).
Photo: GEPA pictures/ Wolfgang Grebien
Lukas Neumayer ist bereit für Kitzbühel © GEPA

Einzig seine Überprofessionalität, wie er es formuliert, steht ihm hin und wieder im Weg. „Ich bin extrem ehrgeizig und habe hohe Ansprüche an mich. Wenn ich etwas weniger perfektionistisch bin, würde es nicht schaden. Ich verlange oft zu viel von mir“, verriet Neumayer, auf den bei den Generali Open in Kitzbühel ein Heimspiel der Superlative wartet.

„Es ist mein Lieblingsturnier“

„Für mich beschreibt Kitz bis jetzt meine Tenniskarriere. Ich habe hier früher immer zugesehen, mein erstes ATP-Turnier gespielt, bin hier durch die Quali und habe hier auch meinen ersten Sieg im Hauptbewerb gefeiert. Mir taugt die Höhenlage so richtig. Ich habe hier eigentlich immer ganz gut performt. Die heimischen Fans pushen einen dann nochmal mehr und für die Familie und Freunde ist der Weg hierher nicht so weit. Es ist mein Lieblingsturnier“, verdeutlicht Neumayer, dessen Idol Superstar Roger Federer ist.

Am Freitag war der Allrounder nahe dran, das Semifinale beim Challenger in San Marino zu erreichen – am Schluss musste er sich Lukas Klein (SVK) mit 7:6, 4:6, 4:6 geschlagen geben.

Am Samstag und Sonntag (ab 11 Uhr) geht in der Gamsstadt die Qualifikation in Szene, ehe am Montag der Startschuss für das Hauptfeld fällt. Neben Neumayer, der heuer sein Debüt in der Quali bei den US Open geben wird, wollen mit Filip Misolic, Sebastian Ofner und Youngster Joel Schwärzler drei weitere heimische Asse dem Publikum einheizen.