Wie finden Doppel-Spieler eigentlich zueinander? Häufig sorgt eine WhatsApp-Gruppe für Klarheit auf der Suche nach einem Partner. Das kennt auch Österreichs Doppel-Spezialist Lucas Miedler: „Francisco Cabral, mit dem ich mich schon immer gut verstanden habe, schrieb hinein, dass er jemanden für eine bestimmte Zeit sucht und mein damaliger Partner, Santiago Gonzalez, wollte länger in Südamerika bleiben, ich aber in Europa und so hat es sich dann ergeben. Es war auch eine geografische Entscheidung.“

Eine, die Früchte trägt, wobei die erste Woche gleich für eine kurze Schockstarre sorgte, nachdem sich Cabral direkt beim Einspielen den Rücken verrissen hatte. „Ich dachte mir schon, um Gottes Willen, wie geht das jetzt los. Vor allem war die Phase davor für mich auch mit dem Muskelfaserriss in der Wade nicht ganz so leicht, denn den Rhythmus schnell wieder zu finden ist nicht so ohne“, meint der 29-Jährige und betont, „dass es danach zuerst auf den Challengers und anschließend auf der ATP gut gelaufen ist. Wir haben eine super Energie. Er gibt mir viel Power, serviert sehr gut, hat ein aggressives Spiel und ich habe eher die konstante Spielart. Das greift gut zusammen, ich müsste mir nur noch mehr zutrauen. Im Doppel ist es noch schwieriger etwas zu erzwingen, denn mit dem Champions-Tiebreak kann es schnell in jede Richtung gehen“, verdeutlicht Miedler, der vergangene Woche mit Cabral in Gstaad seinen gemeinsamen Premierentitel auf der ATP-Tour gefeiert hat.

Heute wird‘s für Miedler/Cabral, die vom Portugiesen Luis Faria gecoacht werden, in Kitzbühel ernst und der Niederösterreicher weiß ja, wie man in der Gamsstadt triumphiert. „Die Erwartungen bei vielen sind hoch, bei uns auch. Wir sind gut drauf, brauchen uns nicht verstecken. Wenn wir unsere Leistung bringen, können wir am Ende weit kommen“, sagt der ÖTV-Daviscupspieler und fügt hinzu, „dass für mich die Zusammenarbeit mit Francisco auch für immer sein könnte. Wer weiß wohin unsere Reise noch hingeht.“

Die aktuelle Nummer 38 im Doppelranking (sein bestes ist 33) hat bis Antwerpen und Wien nichts zu verteidigen. „Das wäre eine gute Chance, dass wir uns noch etwas nach vor spielen.“