Im Unterricht dreht sich alles um die Biologie, davor und danach aber um den Volleyball. Das ist wenig verwunderlich, denn: Lehrerin Birgit Schöttl und Schülerin Sara Jauk haben den Sport im Blut, agieren beide auf Bundesliga-Niveau – und treffen am Freitag (20 Uhr) sogar im Play-off aufeinander: Die Erzbergmadln Trofaiach/Eisenerz mit Lehrerin Schöttl haben in Eisenerz die Hartbergerinnen mit Schülerin Jauk zu Gast. Beide spielen um den Einzug in das Halbfinale der Volleyball-Bundesliga – und sorgen so für ein schulinternes Duell.
Dass sich der Small-Talk in einem Gymnasium wie jenem in Hartberg um den Sport dreht, liegt angesichts des Stellenwerts des Volleyballsports in der Stadt auf der Hand. „Ich frage sie oft: Wie war Ihr Spiel, Frau Professor?“, erzählt Jauk und lacht, „solche kurzen Gespräche gibt es schon oft.“ Die 17-Jährige sieht Hartberg in diesem „Best of three“-Duell in der Außenseiterrolle: „Sie haben ein gutes Service, sind stark im Angriff und spielen schlau. Da müssen wir dagegenhalten.“ Von der spielerischen Cleverness ihrer Lehrerin ist sie angetan: „Sie ist extrem erfahren. Sie hat auch schon auf anderen Positionen ausgeholfen, wenn man das kann, ist das extrem wertvoll. Und sie hat einfach den Willen“, sagt Jauk.
Die Eigenbauspielerin des TSV ist „quasi in der Halle aufgewachsen“. Durch Vater und Trainer Boris Bujak hat sie früh mit dem Volleyball begonnen – seit vier Jahren ist sie nun bereits Teil des Bundesliga-Teams. In dieser Zeit schaffte es Hartberg zuletzt drei Mal in Folge in die Play-offs, davor spielten die Oststeirerinnen oft in der Abstiegsrunde gegen den Abstieg. „Es geht bergauf“, sagt Jauk – und das wirkt sich auch auf die Herangehensweise gegen Trofaiach/Eisenerz aus: „Wir trainieren hart darauf hin und steigern uns hinein. Unser Ziel ist es, wirklich zu gewinnen.“
Die „Erzbergmadln“ haben eine Medaille zum Ziel
Frau Professor wird da freilich etwas dagegen haben. Für Schöttl und Co spricht die aktuelle Stärke: Trofaiach/Eisenerz hat im Grunddurchgang nur drei Spiele verloren. „Viele von uns spielen schon sehr lange zusammen. Und auch infrastrukturell hat sich bei uns etwas getan“, sagt die 32-Jährige, „das professionelle Krafttraining hat zur Weiterentwicklung beigetragen“. Auf dem Papier steht ihr Team über Hartberg – dass muss es im Viertelfinale nun beweisen. „Unser Ziel ist jetzt eine Medaille.“
Als Biologie- und Sport-Lehrerin ist sie in Hartberg ständigen Austausch über Volleyball ohnedies gewohnt – Hartberg-Trainer Bujak ist auch Bademeister im Hallenbad, wo sie mit ihren Klassen oft zu Besuch ist. Über Schülerin und Gegnerin Jauk verliert sie nur positive Worte: „Sie hat sich extrem gut entwickelt. Sie ist in allen Elementen gut und hat sich in das Bundesliga-Team hineingearbeitet.“ Auch sie fragt oft neugierig nach, wie es ihrer Schülerin in Bundesliga-Spielen ergangen ist – vor dem Play-off aber, sagt Jauk mit einem Schmunzeln, herrscht ein wenig Stillschweigen.