Der Stachel saß nach der Niederlage in fünf Sätzen im Finale des österreichischen Cups doch recht tief und schmerzvoll im Fleisch der Hartberger. „Wir lassen uns aber nicht aus der Bahn bringen, weil wir ein Teilziel nicht erreicht haben“, sagt Trainer Markus Hirczy, der dem Gegner und Cup-Sieger Graz ob der Leistung seine Anerkennung ausspricht. Lange Zeit blieb nicht, die Wunden zu lecken, denn schon am Mittwoch (19) eröffnen die Oststeirer die Viertelfinalserie („Best of five“) der Bundesliga mit dem Heimspiel gegen Amstetten. Der Plan zum möglichen Erfolg bleibt derselbe, „wir müssen es nur besser ausführen. Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren, unseren Tugenden treu bleiben und dürfen Einflüsse von außen, egal ob sie vom Gegner kommen oder von wo auch immer kein Gewicht beimessen.“
Damit nimmt er auch zur Situation im Cup Final Four von Amstetten Bezug, bei dem die Hartberger ihr Halbfinale erst spät am Abend spielen konnten und so sehr wenig Zeit zur Regeneration bis zum Finale tags darauf hatten. „Bis die Spieler im Bett waren, war es halb drei“, sagt der Trainer. Hartberg hatte das „Missmanagement“ schon im Vorfeld, blieb aber ungehört. „Daher war das Energiepotenzial nicht so gegeben und dazu kamen noch einzelne falsche Entscheidungen. Wir konnten nicht früh für klare Verhältnisse sorgen und haben sie ins Spiel gelassen.“
Genau das soll nun gegen die Niederösterreicher nicht geschehen. Die Rollen sind klar verteilt und der Trainer rechnet damit, dass Amstetten auch wie ein Underdog auftritt. Mit einem aggressiven Service und einem furchtlosen Spiel, das man auf das Parkett legen kann, wenn man nichts zu verlieren hat. Dass Teams durch Emotionen punktuell über sich hinauswachsen können, haben auch die Hartberger schon erlebt und gezeigt. „Am Ende setzt sich aber die Qualität durch und nicht die Emotion“, sagt Hirczy.
Graz mit Selbstvertrauen nach Zwettl
Beflügelt vom doch überraschend gekommenen Titelgewinn fahren die Grazer heute nach Niederösterreich. In Zwettl steigt der erste von möglichen fünf Akten dieser Serie. „Wir kommen mit viel Selbstvertrauen und daher kann viel passieren“, sagt UVC-Manager Frederik Laure. Die Favoritenrolle schiebt er klar den Niederösterreichern zu. „Sie haben einen sehr ausgeglichenen und auch breiten Kader. Ausfälle können sie sehr gut kompensieren und in ihrer Halle mit der Stimmung ist es ohnehin immer schwierig.“ Bei den Grazern, die vor allem auf der Libero-Position mit Ausfällen zu kämpfen haben, wurde Leon Sonnleitner nachnominiert. Der eine oder andere könnte in der Serie aber wieder einsatzbereit werden.
Die Frauen beginnen am Freitag mit ihren Serien („Best of three“). Dabei kommt es zum Derby zwischen den Erzbergmadln und Hartberg sowie zum Duell zwischen Graz und den Wildcats aus Klagenfurt.