Es ist ein echtes „Schnittspiel“, das die HSG Graz heuteg in der Wiener Hollgasse erwartet. Das Viertelfinale in der HLA Meisterliga steht an und die Grazer absolvieren das erste Spiel der Serie bei Margareten. „In einem ,Schnittspiel‘ geht es um alles“, sagt Kreis Christian Hallmann (29), „da brauchst du vollen Einsatz, eine gute taktische Einstellung und auch das nötige Glück.“ Die Wiener haben als Sieger des Grunddurchgangs Graz als Play-off-Gegner gewählt. „Seit ich Handball spiele, spielen die Fivers gleich: schnell! Sie haben gute Spieler und vor allem viele. Daher können sie gut wechseln.“ Dennoch haben die Grazer in einem der drei Saisonduelle gesiegt. „Wir müssen schauen, ob und was sie für das Viertelfinale vorbereitet haben“, sagt Trainer Rene Kramer, „dann werden wir eine Lösung finden. Wir wissen, was auf uns zukommt.“

In den Spielen wird auf jeden Fall die sprichwörtliche Pferdelunge gefragt sein. „Man muss kein Mathematikgenie sein, um zu wissen, dass die Fivers die Hälfte ihrer Tore aus der schnellen Mitte, der zweiten Welle oder aus Gegenstößen erzielen“, sagt Kramer. Daher sollte neben einem sicheren Abschluss im Angriff auch das Rückzugsverhalten stimmen. „Wir müssen sie in den organisierten Angriff zwingen, damit sie spielen und Lösungen finden müssen“, erklärt Kramer. Das verlangt ein hohes Laufpensum: „Wir laufen bis zum Umfallen – nun können wir uns und allen beweisen, dass wir zu Recht im Viertelfinale sind“, sagt Hallmann, „wir sind der Underdog, aber wir wissen, dass wir gewinnen können. Im Training spürt man das auch.“

Im fünften Wiener Gemeindebezirk nimmt man die Favoritenrolle logischerweise an, Überheblichkeit kommt aber nicht auf. „Wir haben durchaus ein wenig Probleme, was die Aufstellung betrifft“, sagt Manager Thomas Menzl (55), „aber das begleitet uns nun schon die gesamte Saison.“ So ist etwa der Einsatz von Thomas Seidl fraglich. „Der Respekt vor Graz und die Sorge wegen der fehlenden Spieler schärft unsere Sinne – wir werden die HSG auf keinen Fall unterschätzen.“