Das Rampenlicht blendet die Allerwenigsten. 2,7 Millionen Österreicherinnen und Österreicher waren zu Jahresbeginn in einem heimischen Sportverein gemeldet. Die überwiegende Mehrheit aber trainiert, grübelt, schuftet und wetteifert im Dunkeln. Für genau diese Mehrheit ist das Konzept der Sport Austria Finals ein Segen: Vier Tage lang werden in einer Stadt nationale Titelkämpfe ausgetragen. Was 2021, 2022 und 2023 in Graz stattgefunden hat, wird am Mittwoch zum zweiten und vorerst letzten Mal in Innsbruck eröffnet: ein rot-weiß-rotes Mini-Olympia, veranstaltet von Österreichs Bundes-Sportorganisation Sport Austria mit dem Ziel, auch weniger bekannte Sportarten zu präsentieren – und mehr Menschen zum Sport zu bringen.
37 Sportarten werden in Innsbruck zwischen Donnerstag und Sonntag geboten, 6500 Athletinnen und Athleten kann dabei über die Schultern geblickt werden, wie sie in 250 Entscheidungen um Gold laufen, radeln, schießen, schlagen und fliegen. „Den stillen Heldinnen und Helden des österreichischen Sports“ sagt Sport-Austria-Präsident Hans Niessl, wird eine „verdiente Bühne“ geboten: „Sie trainieren genauso hart wie all jene in den populären Sportarten.“ Sie hätten es ebenso verdient, seien aber „eben nicht im Fokus der täglichen Berichterstattung“. Das trifft auf fast alle Sportarten zu, die im diesjährigen Programmheft zu finden sind. „Für Gewichtheben sind die Finals extrem wichtig, weil das Interesse für unsere Sportart größer ist. Es fühlt sich wie Olympische Spiele an“, sagt Sarah Fischer, Österreichs beste Gewichtheberin.
Inklusiver Floorball-Cup als besonderer Höhepunkt
Diese Spiele sind für viele Ehrenamtliche ein willkommener Lichtblick, weil all das, was sie sonst in Eigenregie aufbauen und organisieren, bereits vorhanden ist: „Ich genieße das richtig, dass ich mich diesmal nicht um Bandentransport, Schiris und Verpflegung kümmern muss“, sagt Sebastian Koller von Special Olympics, der einen inklusiven Floorball Cup veranstaltet: Menschen mit und ohne Beeinträchtigung spielen zusammen in einem Team.
Das hehre Ziel der Veranstalter, die Zahl der sich Bewegenden hierzulande zu erhöhen, geht Hand in Hand mit dem Wunsch der Sportverbände selbst, mehr Sportlerinnen und Sportler zu rekrutieren. Das Sportkegeln etwa ist, wie zuletzt in Graz, wieder bei den Finals vertreten. „Wir sind stolz und dankbar, dass wir Sportkegeln nach der WM-bedingten Pause im Vorjahr, nun wieder bei den Sport Austria Finals präsentieren können“, sagt der Vize-Europameister Matthias Zatschkowitsch.
„Das Event ist nicht nur ein wichtiger Impuls für 37 Sportarten, sondern vor allem für die Gesellschaft. Mit den Sport Austria Finals motivieren wir vor allem Jugendliche, Sport zu betreiben, sich mehr zu bewegen und etwas für die Gesundheit zu tun.“ Niessl verweist auch auf das Sparpaket der Bundesregierung: „Wir dürfen nie vergessen: Sport bringt mehr als er kostet. Wer in den Sport investiert, investiert in die Gesellschaft.“