Gleich zum offiziellen Auftakt der Paralympics Samstagfrüh hat es die erste Medaille und den ersten Titel für Österreich gegeben. Alpinskiläuferin Veronika Aigner mit ihrem neuen Guide Lilly Sammer gewann auf der Tofana von Cortina in der Kategorie Sehbeeinträchtigung/Klasse VI/AS3 unter sieben Teilnehmerinnen in der Abfahrt Gold. Silber ging an die Italienerinnen Chiara Mazzel/Nicola Cotti Cottini (+0,48 Sek.), Bronze an die Slowakinnen Alexandra Rexova/Sophia Polak (+4,90).

„Ich gluabe, heute können wir beruhigt schlafen gehen, weil letzte Nacht war das nicht der Fall, da sind wir mit 130 Puls im Bett gelegen“, sagte Aigner nach ihrem Sieg lachend. „Wir haben von Anfang an im Gespür gehabt, dass der Lauf für uns ist. Die Tofana haben wir so runtergeschossen, wir haben Gas gegeben und voll riskiert, es hat sich ausgezahlt – es ist Emotion pur.“

Nach der verletzungsbedingten Absage von Elisabeth Aigner sprang die 16-jährige Sammer bei den Speedrennen und der Kombination als Guide für die Niederösterreicherin Veronika Aigner ein. „Für die Psyche war es sehr hart in den letzten Tagen, wir haben viel herumtelefoniert, wen wir als Guide nehmen sollen“, berichtete Aigner, die nach dem Rennen ankündigte, ihrer Schwester symbolisch ihre Startnummer zu überreichen. „Am Start habe ich an ,Lisi‘ gedacht. Natürlich sind wir für uns gefahren, aber den Sieg widme ich der ,Lisi‘, um ihr zu zeigen, wo sie mich hingebracht hat. Die Lilly hat jetzt den Feinschliff gemacht.“

Zweites Gold folgte

Im Anschluss ging Aigners Bruder Johannes als großer Gold-Favorit ins Abfahrtsrennen der sehbehinderten Männer. Mit einer souveränen Vorstellung sicherte sich der 20-Jährige mit Begleitfahrer Nico Haberl ebenfalls den Sieg und holte die zweite Goldmedaille für Österreich. Aigner setzte sich vor den Kanadiern Kalle Eriksson/Sierra Smith (+2,25 Sek.) und den Italienern Giacomo Bertagnolli/Andrea Ravelli (+2,56) durch. Unter den elf Teilnehmern gab es vier Ausfälle.