Sogar die New York Times ließ es sich 2022 nicht nehmen, über die niederösterreichische Familie Aigner zu berichten. „Die Aigners sind eine Nation für sich“, titelte die renommierte US-Tageszeitung damals. Der Grund? Bei den Paralympischen Winterspielen in Peking zeichneten die vier Geschwister Veronika, Elisabeth, Barbara und Johannes für insgesamt neun Medaillen verantwortlich – im Medaillenspiegel hätte sich die Familie Aigner mit vier Goldenen, drei Silbernen und zwei Bronzenen hinter Deutschland und vor Norwegen auf Rang acht eingereiht.

Vier Jahre später ruhen die österreichischen Medaillenhoffnungen in Mailand/Cortina abermals auf den Gloggnitzern. Es hat sich allerdings viel getan bei der Skifamilie: Barbara (20 Jahre) hat ihre Karriere beendet. Und weil Elisabeth (27) die Spiele aufgrund eines Kreuzbandrisses sausen lassen muss, bleiben vom erfolgreichen Quartett von 2022 „nur“ Veronika (23) und Johannes (20) übrig.

Insbesondere für Veronika ist der Ausfall ihrer Schwester natürlich ein schwerer Schlag, sind die beiden doch seit Jahren ein unzertrennliches Duo auf der Piste. „Wenn ich stürze, dann stürzt auch die Vorni – dieses Risiko kann und will ich nicht eingehen“, sagt Elisabeth, die als Guide für ihre sehbehinderte Schwester fungiert und sich in dieser Saison mit Veronika wie auch Johannes mit Guide Nico Haberl bereits vorzeitig den Gesamtweltcup gesichert hat. In Italien muss Veronika, die wie Johannes und Barbara mit Grauem Star geboren wurde, nun mit einem anderen Guide an den Start gehen. Trotz dieses Rückschlags wird in Italien der Fokus wieder voll auf die Aigners gerichtet sein – und vielleicht sogar erneut jener der New York Times.