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Zero Gravity Project Der erste Formel-1-Boxenstopp in der Schwerelosigkeit

Red Bull Racing in neuen Sphären: Die Crew des österreichischen Formel-1-Rennstalls "testete" in einer russischen Kosmonauten-Trainingsmaschine während eines Parabelfluges einen Boxenstopp.

Red Bull Racing
Red Bull Racing © (c) Denis Klero/Red Bull Content Pool
 

Red Bull Racing stößt regelmäßig in neue Sphären vor, wenn es um Boxenstopp-Rekorde in der Formel 1 geht. Auch nachdem die Reifen der Königsklasse wieder breiter und schwerer wurden, setzten die Bullen neue Maßstäbe. Bereits drei Mal hat das Crew in der Saison 2019 den Weltrekord neu definiert. Zunächst in Silverstone mit 1,90 Sekunden, um gleich darauf in Hockenheim (1,88 Sekunden) noch schneller zu sein! Beim Großen Preis von Brasilien katapultierte das Team die Bestmarke auf 1,82 Sekunden und trug damit einen entscheidenden Teil zum fulminanten Sieg von Max Verstappen in Sao Paulo bei! Doch nun stieg eine Boxencrew sprichwörtlich in höhere Sphären auf – zum ultimativen Boxenstopp in der Schwerelosigkeit!

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Red Bull Racing Foto © (c) Denis Klero/Red Bull Content Pool

Kosmonauten-Trainingsflugzeug

Fündig auf der Suche nach einer neuen Herausforderung wurde man an Bord eines Ilyushin Il-76 MDK Kosmonauten-Trainingsflugzeugs. Unterstützt von der russischen Raumfahrtagentur Roscosmos brachte das Team einen Formel-1-Boliden zum "Yuri Gagarin"-Kosmonauten-Trainingszentrum in Star City bei Moskau. Zur Vorbereitung auf die Zero-G-Flüge erhielten 16 Boxencrew-Mitglieder einen einwöchigen Crashkurs für Kosmonauten.

Nach Ausflügen ins Himalaya-Gebirge, zum Toten Meer, nach Formel-1-Showruns auf Schnee, Eis und in der Wüste ging es nun also in luftige Sphären 10.000 Meter über dem Meer. Jeder Flug bestand aus einer Reihe von Parabeln, wobei das Flugzeug in einem Winkel von 45 Grad anstieg und dann in einem ballistischen Bogen fiel, um die Crew vor dem nächsten Aufstieg 22 Sekunden abheben zu lassen. Genau in dieser Phase der Parabel fand das "Training" des Teams statt.

Ein seltsamer Beginn

„Die erste Parabel, die wir gemacht haben, war wirklich seltsam", erzählt der Mechaniker Paul Knight. „Niemand kann dich darauf vorbereiten, also meinte unser Ausbilder von Roscosmos, dass wir das Ganze einfach aussitzen und uns an das Gefühl gewöhnen sollten. Man weiß nicht wirklich, ob es runter oder rauf geht, wenn 2G auf dich wirken und du regelrecht auf den Boden gedrückt wirst, während du dich nicht bewegen kannst. Wenn du dann die Spitze erreichst und es in den freien Fall geht, dann dreht sich das Ganze radikal um. Sie mussten uns festhalten, damit wir nicht davon schwebten." „Wir fühlten uns am Anfang, wie Bambi auf Eis – überall waren Beine", fügt Knight hinzu, „aber irgendwann haben wir es geschafft, herauszufinden, wie wir die Kontrolle behielten und am besten mit der Situation zurechtkommen. Es ist eine wirklich einzigartige Erfahrung; so etwas kannst du dir gar nicht vorstellen."

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