Es ist auch ein Jahr der Jubiläen am Red Bull Ring, die 2024 in Spielberg gefeiert werden. Eine Wiederholung des bis dato einzigen österreichischen Sieges gilt de facto als ausgeschlossen – Niki Laudas Triumph vor 40 Jahren wird in naher Zukunft wohl unerreicht bleiben. Der Besitzwechsel von A1 zum Imperium von Dietrich Mateschitz liegt mittlerweile 20 Jahre zurück und vor zehn Jahren kehrte die Motorsport-Königsklasse mit einem Formel 1-Rennen in die Steiermark retour. Neben einer Reihe von anderen Veranstaltungen wie MotoGP, AirRace, DTM, GT Masters oder TruckRaceTrophy.

Mit dem Comeback in der Steiermark begann jedoch die Mercedes-Vorherrschaft in Spielberg. 2014 triumphierte Nico Rosberg vor Lewis Hamilton auf dem 4,318 Kilometer langen Rundkurs dank perfekt getimter Boxenstopps. Auch ein Jahr später wurden Sieg und zweiter Platz ident vergeben. Allerdings mit einem Husarenstück Rosbergs, der seinen Teamkollegen in der ersten Kurve in die Schranken wies. 2015 wurde auch der Red Bull Wing, ein Gebäude mit beeindruckender Architektur, das sich auf Höhe der Start-Ziel-Tribüne befindet.

2016 schlug schließlich die Stunde für Lewis Hamilton, der endlich mit dem Österreich-GP seinen Frieden schließen konnte. Allerdings bot das Rennen in der Schlussphase viel Dramatik, speziell für Mercedes-Teamchef Toto Wolff. In der letzten Runde gipfelte das Duell der beiden Stallkollegen in eine Kollision, Rosberg fiel zurück. 17 Jahre nach Mika Häkkinen triumphierte 2017 wieder ein Finne in Spielberg. Valtteri Bottas gewann einen eher unspektakulären Grand Prix. Erst in der Schlussphase griff Sebastian Vettel auf Ferrari den Führenden an, konnte ihn aber nicht überholen.

Ende der Mercedes-Serie

Über den langersehnten Heimsieg durfte sich Red Bull Racing 2018 freuen. Max Verstappen verwandelte den Ring in ein Oranje-Meer mit knapp 185.000 Motorsport-Fans. Er gewann den Großen Preis von Österreich und beendete damit die Siegesserie von Mercedes. Danach wurde von Mateschitz höchstpersönlich an einer Vertragsverlängerung gefeilt. Diese wurde schließlich im Zuge des Rennwochenendes 2019 um weitere fünf Jahre unterzeichnet. Für Furore auf der Strecke sorgte damals übrigens ein aufstrebender Charles Leclerc, Verstappen ließ sich aber den Sieg abermals nicht nehmen.

Die ganze Welt blickte 2020 auf den Red Bull Ring, als ein Formel-1-Doppel zu den ersten großen Sportveranstaltungen weltweit zähle – nach den umfangreichen Lockdowns. Die Organisation in Spielberg zeichnete sich dabei im Umgang mit der Covid-Pandemie aus, galt als Vorreiter für internationale Events. Sportlich wurde daher ein Grand Prix von Österreich sowie ein Grand Prix der Steiermark binnen einer Woche ausgetragen. So siegten 2020 Valtteri Bottas (mit Qualifying-Rundenrekord in 1:02,939 Minuten) und Lewis Hamilton, 2021 holte sich Max Verstappen beide Rennsiege.

Verstappens „Heimrennen“

Zwei Mal stand Leclerc bereits am Podium. 2022 gelang dem Monegassen der Sieg in Spielberg, der sich mit Motor- und Getriebeproblemen ins Ziel schleppen konnte. Rauch dominierte das Renngeschehen. Immer wieder wurden die Tribünen in Orange gehüllt, Carlos Sainz‘ Auto fing nach einem Motorschaden Feuer. Eine beispiellose Dominanz zeigte Max Verstappen bei seinem inoffiziellen Heimrennen. Fünf Siege, darunter auch 2023 – niemand siegte hier öfters, als der Holländer.

Die Holländer tauchen die Tribünen in Oranje
Die Holländer tauchen die Tribünen in Oranje © KLZ/Buehner

2023 wurde der Vertrag vereinbart, dass der Österreich-Grand Prix bis 2030 im Formel 1-Kalender aufscheint. Das wäre die längste Periode in der Neuzeit der Königsklasse. Nur zwischen 1970 und 1987 schlug der Motorsport-Zirkus ohne Unterbrechung öfters seine Zelte im Murtal auf (17).