Ufermauern sollen zurückgebaut und durch naturnahe Strukturen ersetzt werden, damit der Wellenschlag eingedämmt und die Flora und Fauna geschützt wird - Maßnahmen wie diese sind im Wörthersee-Bericht erwähnt, weil der ökologische Zustand nur noch mäßig ist. Andererseits werden nach wie vor Betoneinbauten bewilligt und realisiert - das zeigt ein Beispiel aus Maria Wörth.
Dort wurde im Vorjahr unweit des Strandcafés „Weißes Rössl“ in der Schilfschutzzone ein Motorboot-Unterstand errichtet. Dafür wurde ein Betonfundament in den See gegossen, zusätzlich bohrten die Arbeiter Betonstützen in den Grund. Das Bootshaus ist nun fertiggestellt, sogar überdacht und mit einem elektrischen Garagentor ausgestattet.
Neben der Betonmauer sind auch die Betonstützen sichtbar, die einen Holzsteg tragen. Realisiert wurde nicht nur die Garage, im hinteren Teil der Liegenschaft nahe der Süduferstraße wurde auch eine Räumlichkeit geschaffen. Rein optisch unterscheidet sich der Bau, der mit zahlreichen Überwachungskameras ausgestattet ist, deutlich von allen umliegenden Bootsanlegestellen. Die verbliebene Schilffläche ist klein.
„Bescheid- und projektgemäß errichtet“
„Wir diskutieren über ein Motorbootverbot, Veranstaltungsbeschränkungen oder Schilfschutzzonen, aber so eine Luxus-Bootsgarage mit Betonfundament soll behördlich genehmigt worden sein - unmöglich“, sagt ein Anrainer. Er täuscht sich. „Die Anlage wurde in der jetzigen Form im März 2023 genehmigt, im Sommer 2025 endüberprüft und es wurde festgestellt, dass sie bescheid- und projektgemäß errichtet wurde“, sagt die zuständige Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt-Land auf Anfrage. Das Gesamtprojekt sei von einer extern beauftragten ökologischen Begleitplanung überwacht worden.
Neue Schilfflächen kommen
Um den Schilfgürtel braucht man sich offenbar auch keine Sorgen zu machen. Im Osten des Baus werde ein Schilfschutzzaun errichtet, der eine 64 Quadratmeter große Fläche schütze, im Westen sei der geschützte Bereich 46 Quadratmeter groß, heißt es. Verplankungen sollen Wellenschlag verhindern und den Anwuchs von Schilf garantieren. Zusätzlich werden Weidenfaschinen verwendet, das sind gebündelte Weidenzweige, die als natürliche „Bauelemente“ gegen Erosion und zur Uferstabilisierung verwendet werden.
Der Bauherr, ein Unternehmer aus Niederösterreich, war nicht erreichbar.