Die Hierarchien im Radsport sind relativ komplex. So gibt es drei professionelle UCI-Kategorien (Union Cycliste International), die alle für unterschiedliche Bewerbe qualifizieren. Bei großen Rundfahrten wie der Tour de France oder der Vuelta dürfen nur World-Teams und auf Einladung auch Pro-Teams teilnehmen. Die Zahl dieser Profimannschaften ist begrenzt. Pro Saison dürfen nur 18 Teams den Status als World-Team und 16 den als Pro-Team innehaben. Die größte Kategorie stellen die sogenannten Continental-Teams (circa 184 weltweit), zu denen seit letztem Jahr auch Team „Arbö Kärnten Sport Feld am See“ gehört. Erst im Jahr 2021 von Norbert Unterköfler gegründet, hat sich das Team stetig weiterentwickelt und darf seit dem Vorjahr auf der UCI Europe Tour, zu der unter anderem auch die Tour of Austria gehört, teilnehmen. Trotz dieses raschen Aufstiegs wartet auf die Kärntner Mannschaft noch viel Arbeit. „Wir haben weiter ein vergleichsweise geringes Budget. Mit unseren 200.000 Euro, die uns im Jahr zur Verfügung stehen, gehören wir nicht unter die ersten 150, dennoch versuchen wir, das Beste daraus zu machen“, erklärt Unterköfler. Zum Vergleich: Das finanzstärkste heimische Team Vorarlberg verfügt über ein Budget um die 700.000 Euro. Um von der UCI zum World Team hochgestuft zu werden, müssen die finanziellen Mittel, neben diversen anderen Auflagen, schon im zweistelligen Millionenbereich liegen. Goldrausch für die Fahrer selbst bedeutet das trotzdem noch lange nicht. Das Mindestgehalt eines Profi-Athleten der höchsten Kategorie beträgt 36.300 Euro.

Selbstkritik des Präsidenten

Das Team selbst hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 15 auf zwölf Athleten verschlankt, besteht nun aus fünf Legionären und sieben Österreichern. Darunter sind auch drei Kärntner. „Wir waren mit den Resultaten im Vorjahr nicht zufrieden“, so Unterköfler. „Deswegen haben wir mehr auf Qualität gesetzt. Wir wollten motivierte Leute holen und wir glauben, dass wir mit dem aktuellen Team mehr Erfolg haben können.“ Exotischster Neuzugang ist wohl der 24-jährige Christian Rush aus Neuseeland.

Rundfahrt als Saisonhighlight

Das Team Feld am See startet am 22. März mit der Road Cycling League Leonding (OÖ) in die Saison. Highlight wird aber die Tour of Austria im Juli. Besonders der zweiten Etappe, die von Bad Kleinkirchheim auf die Franz-Josefs-Höhe führt, fiebern die Athleten schon entgegen. „Auf dieses Event arbeiten wir hin. Es ist unglaublich, dass ich dann bei meinem Haus vorbeifahre“, freut sich Lorenz Krumpl schon auf die Rundfahrt. Teammanager David Polzer erklärte auch nochmal, wie wichtig die Teamarbeit beim Radfahren ist: „Natürlich schaut jeder auf sich selber auch, will ein gutes Ergebnis einfahren, aber das geht nur, wenn man zusammenhält. Wenn jeder seine Aufgabe annimmt und den anderen hilft, wo es geht. Gerade im Sog der Gruppe zu fahren, ist enorm hilfreich und auch kraftsparend. Der Wert des Teams wird unterschätzt.“ Ziel bei der Österreich-Tour für das Team ist es „die ein oder andere Bergwertung oder Sprintwertung zu gewinnen.“