Es war eine regelrechte Zitterpartie, doch am Ende strahlte er über das ganze Gesicht. Der Oberösterreicher Clemens Millauer qualifizierte sich nämlich für das Herren-Finale (Top Zehn) am Sonntag. „Wenn man daheim fährt, ist es richtig ungut. Das wünsche ich niemandem. Aber hier im Finale zu sein, ist echt ein Traum“, verdeutlicht der 30-Jährige, dessen erster Sprung „spitze gewesen ist. Nachdem ich gesehen habe, dass einige gestürzt sind, habe ich strategischer gespielt und genau da setzte es mich rein, im Training hatte ich den sicher“, erzählt der Millauer, der sich richtig geärgert hat. „Ich habe gemerkt, dass die Nerven mit mir durchgehen. Ich konnte mich dann zusammenreißen und hab‘s hinbekommen.“
Die logische Schlussfolgerung ist, dass am Sonntag beim großen Big-Air-Finale im Klagenfurter Wörtherseestadion das sympathische ÖSV-Freestyle-Traumpaar (beide haben die Startnummer fünf) gemeinsam am Start stehen wird, denn Superstar Anna Gasser schaffte ja bereits am Freitag souverän den Sprung in die Top-Acht. „Besser geht‘s echt nicht. Wir werden uns natürlich gegenseitig verfolgen und kommunizieren. Am besten wäre, wenn sie gleich die ersten beiden Sprünge steht, dann wäre ich ruhiger.“
Matej Svancer sorgt für Partystimmung
„No risk, no fun“
Im Showdown gibt es laut Millauer nur eine Devise: „No risk, no fun. Nach der Quali, in der es wirklich schwer ist, sich zu qualifizieren, bin ich jetzt um einiges entspannter. Es wird alles andere als leicht, wenn ich zwei stehe, ist es geil. Wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter.“ Er brauche nicht zu strategisch zu performen, da er bereits einige Olympiapunkte sammeln konnte.
Gassers Liebster verriet zur Mittagszeit, dass sich die Lokalmatadorin noch nicht ganz sicher sei, „was sie tatsächlich präsentieren wird. Da werden wir noch plaudern, ob sie tatsächlich ‚all in‘ geht oder mehr strategisch. Es wird ein Poker.“
Für geniales Entertainment sorgten während der Herren-Qualifikation übrigens die Rider selbst – sie griffen zum Mikrofon, brillierten freilich mit Fachwissen und motivierten die Athleten obendrein zu Höchstleistungen. An dem ein oder anderen ist definitiv ein Kommentator verloren gegangen.