Österreich hat die Rückkehr in Liga A der Nations League verpasst. Nach dem 1:1 im Hinspiel ging das Play-off-Rückspiel in Serbien mit 0:2 verloren. Die ÖFB-Auswahl bleibt damit in diesem Wettbewerb zweitklassig. Weitestgehend stellte Teamchef Ralf Rangnick wie erwartet auf, also ohne den geschonten David Alaba, der von Gernot Trauner ersetzt wurde. Patrick Wimmer agierte abermals rechts in der Viererkette. Der im Hinspiel gesperrte Konrad Laimer kehrte als Zehner in die Startelf zurück. Die einzige kleine Überraschung. Muhammed Cham rückte für Marko Arnautovic, der nach den 90 Minuten vom Donnerstag zu Beginn auf der Bank Platz nahm, in die Anfangsformation. Für den Trabzonspor-Legionär war es das Startelf-Debüt im A-Team. Er sollte im 4-2-3-1-System über den linken Flügel für offensive Akzente sorgen. Als Solospitze agierte Michael Gregoritsch.
Der Kommentar zum Spiel
Der Fanzuspruch im Stadion Rajko Mitic war moderat. Die Arena entwickelt vor allem für Puristen, die in die Jahre gekommene Spielstätten schätzen, gehörigen Charme. Von einem Hexenkessel konnte man jedoch nur schwer sprechen. Das ersatzgeschwächte ÖFB-Team ließ sich so oder so nicht beeindrucken. Die Anfangsphase erinnerte an das Geschehen beim Aufeinandertreffen in Wien. Österreich hatte mehr vom Spiel, viel schaute bis auf ein Abseitstor von Laimer jedoch nicht heraus. Serbien legte die Schüchternheit bald ab und verbuchte durch einen Weitschuss von Dusan Vlahovic (16.), der nur knapp sein Ziel verfehlte, eine gute Chance. In Minute 23 eroberte Laimer im gegnerischen Sechzehner den Ball, fand Romano Schmid per Querpass, dessen Abschluss entschärfte Tormann Predrag Rajkovic mit einer Glanztat.
Mit Beginn der zweiten Hälfte kamen Arnautovic und Marco Grüll für Cham und Phillipp Mwene. Das bedeutete, dass Laimer rechts in die Viererkette und Wimmer nach links rückte. Auch der Schiedsrichter musste getauscht werden. Für Jose Maria Sanchez übernahm sein spanischer Landsmann Alejandro Muniz Ruiz. Am Charakter des Spiels änderte sich vorerst wenig. Serbien überließ Österreich den Ball, die Rangnick-Elf agierte gefällig, aber nicht gefährlich. Und wenn, dann leider für das eigene Tor. Ein haarsträubender Fehler beim Herausspielen sorgte für das 1:0 der Hausherren. Nicolas Seiwald retournierte den Ball viel zu scharf zu Tormann Alexander Schlager, Nemanja Maksimovic (56.) sagte mit einem Abstauber artig Danke.
Serben nach Rot für Trauner stärker
Dieses Slapstick-Gegentor war ein Wirkungstreffer. Die ÖFB-Defensive wirkte nun ungeordnet. In Minute 66 pfiff der Referee nach einer viel zu späten Attacke von Trauner gegen Mitrovic Elfmeter. Nach Videostudium nahm Muniz Ruiz den Strafstoß zurück und entschied – weil außerhalb des Strafraums – auf Freistoß und Rot für den ÖFB-Innenverteidiger. Das zweite Tor lag weiter in der Luft, doch Andrija Zivkovic setzte einen Kunstschuss an die Stange. Ein Kopfballtreffer von Vlahovic wurde nach VAR-Intervention wegen Abseits aberkannt (74.). Mit einem 1:1 hätte sich Österreich in die Verlängerung gerettet, dies gelang jedoch auch mit den Jokern Alaba und Kevin Stöger nicht mehr. Dafür besorgte Vlahovic aus einem Konter das 2:0 (91.).
Damit ist das ÖFB-Team in Auswärtsspielen gegen Serbien und dessen Vorgängerverband Jugoslawien weiterhin seit 1949 sieglos. Zudem blieb man erstmals seit dem 0:1 bei der EM im Juni 2024 gegen Frankreich ohne erzieltes Tor. In 27 der jüngsten 28 Länderspiele hatten die ÖFB-Kicker immer zumindest einen Treffer erzielt.