Mit einer perfekten Kopfballablage bereitete Marko Arnautovic Österreichs Treffer beim 1:1 im Nations-League-Duell mit Serbien vor. Michael Gregoritsch vollendete mit einem herrlichen Schuss. Teamchef Ralf Rangnick bot die beiden Goalgetter gemeinsam auf. Eine Maßnahme, die sich in dieser Szene bezahlt machte.

Ein gemeinsamer Jubel war dem Duo nicht vergönnt. Das lag an Arnautovic, der aus gutem Grund abdrehte: „Ich hatte alle Symptome. Zuerst mein Knie. Dann hatte ich einen Riesendruck in der oberen Bauchhälfte. Im selben Moment habe ich eine Panikattacke bekommen. Da haben sehr viele Sachen mitgespielt.“

Panikattacke? Österreichs Rekordinternationaler war nach dem Schlusspfiff selbst ratlos: „Ich weiß auch nicht wieso. Auf einmal habe ich Angst gehabt. Mir ist übel und schwindlig geworden. Vielleicht auch wegen der Knieschmerzen. Es war schon ein extremer Schmerz. Aber es ist alles okay.“

Arnautovic, der im April seinen 36. Geburtstag feiert, hielt sogar 90 Minuten lang durch. „Der Doc hat mich kurz angeschaut und irgendein Heilmittel gegeben. Dann bin ich weitermarschiert“, grinste der Wiener.

An Chancen, selbst einen Treffer zu erzielen, mangelte es nicht. Gleich vier Mal scheiterte er nur knapp. „Natürlich hebe ich die Hand und sage, es war auch ein bisschen meine Schuld wegen der Chancenauswertung“, meinte Arnautovic selbstkritisch, „wir haben ein überragendes Spiel gemacht, Serbien komplett dominiert. Aber so ist es im Fußball. Manchmal hast du Chancen und verwertest sie nicht. Dann bekommst du sie hinten.“

Genau das passierte in Minute 61, als Lazar Samardzic den Ball sehenswert versenkte. „Ein Sonntagsschuss, wie man so schön sagt, und der geht genau ins Kreuzeck“, meinte Arnautovic, der dem Atalanta-Kicker nach seinem ersten Länderspiel-Tor augenzwinkernd wenig Mut auf eine Wiederholung machte: „Ich habe dem Samardzic jetzt schon vier Mal gesagt, dass ich nicht glaube, dass er ihn noch mal so trifft.“

Freude und Ärger bei Michael Gregoritsch

Perfekt getroffen hat den Ball auch Gregoritsch beim 1:0. „Ein super Tor. Ich sehe, dass der Ball lang kommt, und dann ist es ein bisschen die Nase, dass man nicht im Volltempo dahinterkommt, dann wäre es sich vielleicht nicht ausgegangen. Marko legt super ab, der Raum links war offen und deswegen schieße ich dort hin“, schilderte der Steirer.

Zufriedenstellend war dieser Arbeitstag für den Stürmer aufgrund des Resultats dennoch nicht. „Wir hätten es uns für Sonntag deutlich einfacher machen können“, bemängelte Gregoritsch, „das Spiel war sehr ordentlich, aber wir haben es leider nicht hingekriegt, das Spiel zu killen. Wir hätten einen großen Schritt machen können.“

In Belgrad ist dennoch noch alles drinnen. Arnautovic ist serbischstämmig, entsprechend groß ist die Vorfreude, auch wenn er gehört hat, dass man in Serbien nur mit 20.000 Zuschauern rechnen würde: „Ich würde mich jedoch freuen, wenn das Stadion voll ist. Dann ist es ein Hexenkessel. Wir wissen, wie laut es dort werden kann. Wir fahren dorthin, um zu gewinnen und nicht um Unentschieden zu spielen.“

An Optimismus mangelte es Arnautovic ohnehin schon bald nicht mehr. Denn seine Verabschiedung ließ ohnehin keinen Zweifel daran, um welche Mission es dem ÖFB-Team im Jahr 2025 vordergründig geht. Im Gehen stellte er klar: „Wie ihr wisst, ist nach der Nations League die WM-Quali. Dann sehen wir uns in Amerika!“