Die Entscheidung, ob Österreich oder Serbien in der nächsten Auflage der Nations League der Liga A angehören, fällt im Rückspiel in Belgrad. Das Play-off-Hinspiel im Happel-Stadion endete mit 1:1 – für die überlegenen, aber nicht effizient genug agierenden Hausherren kein zufriedenstellendes Ergebnis. Es wäre definitiv eine bessere Ausgangsposition drinnen gewesen.

Teamchef Ralf Rangnick kündigte bereits im Vorfeld des Spiels an, dass er angesichts der angespannten Personalsituation auf der einen oder anderen Position eventuell unkonventionell denken müsse. Für das Experiment wurde die Rolle des Rechtsverteidigers auserkoren. Phillipp Mwene übersiedelte nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Alexander Prass nach links, Allrounder Patrick Wimmer durfte sich in der Viererkette beweisen. Kein Experiment war es, die beiden Goalgetter Marko Arnautovic und Michael Gregoritsch gemeinsam in die Startelf zu stellen, allzu oft kam dies zuletzt jedoch auch nicht vor. Spannend war die Wahl für Alexander Schlager im Tor, der im engen Duell mit Patrick Pentz somit wieder die Nase vorne haben dürfte. Und natürlich war der Kapitän wieder da. David Alaba feierte nach über einem Jahr sein Comeback im Nationalteam.

Der Abwehrchef war es auch, der die Szene der ersten Halbzeit einleitete. Mit einem herrlichen hohen Ball in die Spitze bediente er in Minute 37 Arnautovic, dessen Kopfballablage knallte Gregoritsch unhaltbar zur 1:0-Führung ins Tor. Ein großartiger Treffer, der Österreichs Überlegenheit belohnte. Denn das ÖFB-Team drückte der Partie von Beginn weg den Stempel auf. Die besten Gelegenheiten: Bereits in der 2. Minute schoss Wimmer drüber. Christoph Baumgartner (19.) zielte am langen Eck vorbei.

Arnautovic (29.) setzte den Ball nach mustergültiger Vorarbeit von Wimmer über das Tor. Der Wolfsburg-Legionär wusste in der ungewohnten Rolle als Rechtsverteidiger generell zu gefallen, indem er sich immer wieder gekonnt ins Offensivspiel einbrachte.  Kurz vor der Pause vergaben sowohl Christoph Baumgartner als auch Arnautovic. Von Serbien kam im Angriff bis auf einen Schuss über das Tor von Starstürmer Dusan Vlahovic (34.) wenig.

David Alaba Austria kontrolliert den Ball, UEFA Nations League 2024/25 League A/B Play-offs First Leg, Austria vs Serbia, Ernst-Happel-Stadion am 20. March 2025 in Wien, Österreich. Foto von Marco Steinbrenner/DeFodi Images David Alaba Austria controls the ball, UEFA Nations League 2024/25 League A/B Play-offs First Leg, Austria vs Serbia, Ernst-Happel-Stadion, March 20, 2025 in Vienna, Austria. Photo by Marco Steinbrenner/DeFodi Images *** David Alaba Austria controls the ball, UEFA Nations League 2024 25 League A B Play offs First Leg, Austria vs Serbia, Ernst Happel Stadion, March 20, 2025 in Vienna, Austria Photo by Marco Steinbrenner DeFodi Images David Alaba Austria controls the ball, UEFA Nations League 2024 25 League A B Play offs First Leg, Austria vs Serbia, Ernst Happel Stadion, March 20, 2025 in Vienna, Austria Photo by Marco Steinbrenner DeFodi Images
David Alaba © IMAGO

Mit Wiederanpfiff änderte sich das Bild kaum. Österreich drückte, Serbien wehrte sich. Die beste Chance der ersten Phase des zweiten Durchgangs vergab Arnautovic, der zum dritten Mal an diesem Abend nicht genau genug zielte (49.). Dass mangelnde Kaltschnäuzigkeit im Fußball mitunter bestraft wird, ist kein Geheimnis. So auch in dieser Begegnung. In Minute 61 konnten weder Mwene, Florian Grillitsch noch der nach hinten geeilte Arnautovic Lazar Samardzic vom Ball trennen. Dies bestrafte der Atalanta-Kicker mit einem herrlichen Schuss ins Kreuzeck zum Ausgleich eiskalt. Schlager war machtlos. Einige der zahlreich ins Stadion gepilgerten serbischen Fans zelebrierten das Tor unnötigerweise mit Böllern.

Am Charakter des Spiels änderte sich wenig. Österreich spielte, manchmal allerdings auch zu kompliziert. Serbien gelangen vereinzelte – nicht ungefährliche – Nadelstiche. Rangnick brachte in der Schlussphase Muhammed Cham, Rückkehrer Xaver Schlager, Debütant Raul Florucz und Kevin Stöger. Den Matchball vergab Arnautovic. Nach Cham-Flanke parierte Tormann Predrag Rajkovic den Abschluss des Stürmers.