„Wir werden keinen Schamanen bestellen und auch keine Kabine ausräuchern. Denn wir sind auf alles, was kommt, gut vorbereitet“, sagt WAC-Trainer Thomas Silberberger mit einem Grinsen. Wenn einer Qualirunde kann, dann der Tiroler, der am Samstag (17 Uhr, Sky) sein 52. Spiel in der Gruppe gegen den Abstieg gegen Schlusslicht BW Linz bestreiten wird. „Und da habe ich wirklich schon alles erlebt“, fügt er hinzu. Diese Erfahrung hilft den verunsicherten Lavanttalern hoffentlich, denn Samstag daheim und Dienstag auswärts geht es gegen die letztplatzierten Linzer ums Überleben in der Bundesliga. Aktuell beträgt der Vorsprung auf Blau-Weiß nur mehr zwei Zähler.

Der Kader, ein „Großkader“, wie ihn Silberberger nennt, war nach dem Cupsieg und der Fast-Meisterschaft 2025 natürlich nach anderen Zielsetzungen zusammengestellt worden, kennt keinen Abstiegskampf. „Sie können mit dem Druck, der jetzt herrscht, nicht so umgehen“, spricht Silberberger klar an, was die Verunsicherung im Kollektiv auslöst. Daher habe er in der Trainingswoche „extrem viel zu tun gehabt, man muss als Trainer auch sehr wachsam sein.“ Damit meint er konkret die Moderation inmitten des Teamgefüges: „Ich habe mit vielen Spielern Einzelgespräche geführt. Man muss sie stärken und ein Gefühl von Vertrauen vermitteln für die Rolle, die sie bei uns spielen sollen. Gleichzeitig müssen aber auch sie mir das Gefühl geben, dass ich auf sie zählen kann.“ Das sei mit so vielen Spielern nicht immer leicht, dazu käme auch, „dass die Gruppe als Ganzes gut ist, aber es in der Mannschaft auch viele einzelne Gruppen gibt.“

Und neben der Psyche geht es dann auch noch um Fußball, um stark veränderte Inhalte. „Ich habe bei Standards einen anderen Ansatz, da investieren wir viel Zeit. Außerdem wurden Abschlüsse und Abläufe, um ins letzte Drittel zu kommen, geübt. Im Training haben wir da schon die Netze zerschossen. Die ganze gute Woche ist aber umsonst, wenn man es am Spieltag um 17 Uhr nicht auf den Platz bringt“, so der Coach weiter. Damit das klappt, wurde auch der Gegner genau studiert. Ein Gegner, „der daheim wie auswärts ein anderes Gesicht hat. Als Referenz nehme ich deren beide letzte Auswärtsspiele, wo sie aus dem tiefen Block mit 5-3-2 oder 5-4-1 herauskommen und im Umschalten Erfolg haben wollen. Ihr hohes Anlaufen beginnt erst, wenn sie in Rückstand sind. Daheim ist ihre Intensität eine andere, das werden wir dann am Dienstag sehen“, analysiert Silberberger.

Dass die Linzer zuletzt gegen die WSG Tirol mit 5:0 ihren höchsten Bundesliga-Sieg feierten, schreckt ihn nicht: „In der Entstehung waren etwa die zwei Elfer auch glücklich, wenngleich es dann klare Elfer waren. Wir wissen, dass Ronivaldo und Shon Weissman sich gut ergänzen, ich bin aber auch mit meinem Sturm sehr zufrieden.“ Apropos Weissman: Über die Rückkehr des Israelis hat er sich noch keine Gedanken gemacht, denn: „Jetzt zählt die Sicherstellung von Bundesligafußball im Lavanttal, dann können wir über die Zukunft reden.“

Drei Ausfälle, ein Rückkehrer bei den Wölfen

Fehlen werden Rene Renner, dessen Bänderverletzung in der Schulter nicht operiert werden muss, sowie Jessic Ngankam und Alessandro Schöpf mit Muskelverletzungen. Wieder fit ist Markus Pink. Silberberger: „Nicht für 90 Minuten, aber als idealer Joker.“