Es ist nun also wirklich passiert, der Wolfsberger Traum ist wahrgeworden. Das 1:0 über Hartberg brachte dem „kleinen“ WAC den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Was die Dämme bei den Lavanttalern völlig brechen ließ. „Das ist eigentlich absolut unglaublich. Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung“, rang Klubboss Dietmar Riegler, frisch mit Bier geduscht, nach Worten. „Man sieht, was alles möglich ist, wenn man mit Herz und Leidenschaft jahrelang alles gibt.“ Der Präsident war einer der Ersten, die den Bus zurück ins Lavanttal betreten konnten. Denn die Partylocation war gleich klar: „Lavanttal Arena, dort feiern wir mit dem Nockalm Quintett.“
Für viele Spieler war es der erste Titel überhaupt, so auch für Kapitän Dominik Baumgartner, der sich „überwältigt“ zeigte, von dem, was da gelungen ist. „Fehler haben wir wenige gemacht, auch wenn das fußballerisch echt kein Leckerbissen war“, sagte er grinsend. Umso schöner, dass der Leitwolf und seine Truppe den Titel vor 20.500 Fans feiern konnten. „Da möchte ich mich auch bei den vielen Kärntnern bedanken, was für ein Rahmen“, sagte der Niederösterreicher, der das Objekt der Begierde als Erster stemmen durfte. „Der ist echt schwerer als gedacht“, musste er grinsend zugeben. Aber nach einem Kampfspiel, das schon ein Kraftakt war, war diese letzte große Anstrengung die schönste des märchenhaften Abends von Klagenfurt. „Ich gehe ja echt nicht gern in die Kraftkammer, und wenn, trainiere ich nur Beine. Aber eine Übung für den Oberkörper machen wir tatsächlich schon - wenn zu Beginn auch im Scherz - schon seit Herbst. Es wäre ja peinlich, wenn wir den Pokal nicht heben hätten können“, plauderte er aus dem Nähkästchen.
Wie ein richtiges Heimspiel fühlte sich das Cupfinale für Markus Pink und Nico Wimmer an, die ja eine erfolgreiche Austria-Klagenfurt-Vergangenheit haben. „Unglaublich, hier in Kärnten mit einem Kärntner Klub den Titel gewonnen zu haben, das ist mein Karrierehighlight“, strahlte der Klagenfurter Pink. „Für mich war es echt, wie daheim. Ich bin sogar am gleichen Platz gesessen wie früher in der Liga“, erzählte Wimmer, der für‘s Feiern auch „Vollgas“ versprach. „Heute gibt‘s kein Limit, der Sonntag (Auswärtsspiel bei Rapid, Anm.) ist jetzt einmal egal.“
Mannschaft „beehrte“ ihren Trainer mit viel Bier
Vollgas gaben die Spieler bereits bei Didi Kühbauers abschließender Pressekonferenz, überraschten ihn mit lauter Musik und einer Bierdusche. „So eine undisziplinierte Mannschaft! Jetzt haben sie zwei Probleme. In dieser Nacht werden sie nicht viel schlafen, auch weil ich auf den Augen schlecht sein und nicht genau hinschauen werde, andererseits gibt‘s für die Aktion Straftraining, allen voran für David Skubl (Torhüter, Anm.)“, so Kühbauer mit einem herzlichen Lachen. Noch mehr verstöre ihn aber die Musik, „weil die jungen keinen Geschmack mehr haben, da brauchst du echt Ohrenschützer, aber in dem Fall dürfen sie alles einschalten.“