Revanche lautete das Motto des SK Sturm im „Rückspiel“ gegen Austria Wien, nachdem das erste Aufeinandertreffen der beiden Traditionsteams binnen einer Woche im ÖFB-Cup-Viertelfinale an die „Veilchen“ gegangen war. Beim Auftakt ins Bundesliga-Frühjahr im direkten Duell zwischen Tabellenführer und Verfolger gab es keinen Sieger, die Partie endete 2:2.

Trainer Jürgen Säumel (“Die Leistung sehe ich positiv, das Ergebnis weniger“) stellte anstelle des gesperrten Tochi Chukwuani mit Fally Mayulu einen zweiten Stürmer in die Anfangsformation, für den Winter-Neuzugang war es sein Startelf-Debüt. Die Hausherren bestimmten in der Anfangsphase das Geschehen, erspielten sich jedoch keine Chancen. Die Austria setzte auf Konter und strahlte ein wenig mehr Gefahr aus. Nach gut 20 Minuten fingen die Hausherren an, zielstrebiger auf das gegnerische Tor zu spielen. Ein Volley von Jon Gorenc Stankovic erwies sich noch als zu zentral auf Tormann Samuel Sahin-Radlinger, ein Kopfball von Mayulu kam dem Ziel schon näher, in Minute 29 war es dann so weit. Seedy Jatta staubte mustergültig ab, nachdem zuvor William Böving nach einem Gegenstoß an Sahin-Radlinger gescheitert war. Für Jatta war es das fünfte Bundesliga-Tor in dieser Saison.

Die Freude darüber währte allerdings nicht lange. Eine Minute nachdem Maurice Malone an die Stange schoss, jubelte Nik Prelec (37.) über den Ausgleich. Ein Sturm-Konter wurde abgefangen, der Slowene verwertete per Kopf. Per Kopf sorgte Dimitri Lavalee für eine Schrecksekunde, als er den Ball nach einem violetten Eckball an die eigene Querlatte setzte.

Ein Traumtor und ein Elfmeter

Die Anfangsphase des zweiten Durchgangs konnte mit dem Schwung gegen Ende der ersten 45 Minuten nicht mithalten. Die Austria hatte ein wenig mehr vom Spiel und fand nach einem Fitz-Freistoß in Minute 59 auch eine gute Gelegenheit vor, doch Johannes Handl lupfte den Ball über Scherpen und auch das Tor. Diese Szene war eine Art schwarz-weißer Weckruf. Denn umgehend wurde erstens die Einwechslung von Leon Grgic und Tomi Horvat vorbereitet und fasste sich Böving (60.) zweitens ein Herz. Der Däne knallte den Ball aus 25 Metern ins Kreuzeck, ein Schuss wie ein Strich. Ein Traumtor, das für kollektive Erleichterung sorgte. Grgic und Horvat mussten allerdings zurück zum Aufwärmen.

In Minute 64 hatte Böving nach herrlicher Vorarbeit von Jatta das 3:1 auf dem Fuß, setzte den Ball jedoch neben das Tor. Mit ein wenig Verspätung bekam Grgic in Minute 70 letztlich seine Chance. Unter Applaus von den Tribünen wurde die Stürmer-Hoffnung für Mayulu eingewechselt. Bei den Wienern kamen gleichzeitig drei frische Kräfte. Sekunden später reklamierte die Austria nach einem Duell zwischen Niklas Geyrhofer und Malone einen Elfmeter und bekam ihn nach Videostudium von Referee Sebastian Gishamer auch zugesprochen. Fitz (74.) ließ sich die Chance auf das 2:2 nicht nehmen.

In einer emotionalen Schlussphase stand die Begegnung auf Messers Schneide. Erst hatte Andreas Gruber den Führungstreffer für die Austria am Fuß, auf der anderen Seite verzog der doch noch eingewechselte Horvat knapp.

Startelf Sturm: Scherpen; Malic, Geyrhofer, Wüthrich, Lavalee; Yalcouye, Stankovic, Kiteishvili, Böving; Mayulu, Jatta

Startelf Austria: Sahin-Radlinger; Handl, Dragovic, Plavotic; Ranftl, Barry, Fischer, Perez Vinlöf; Fitz; Prelec, Malone

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