Das Einzige, was gezählt hat, war, nicht zu verlieren – und wir haben verloren“, sagte ein geknickter Mathias Olesen, nachdem der GAK zum 60. Geburtstag von WAC-Präsident Dietmar Riegler im Lavanttal nicht zum Party-Crasher geworden war und WAC-Trainer Thomas Silberberger sein Geburtstagsversprechen einlösen konnte: Nach zuvor zwölf Ligaspielen ohne Sieg gewannen die „Wölfe“ gegen die Rotjacken mit 1:0. Es war ein Spiel, wie vorausgesagt: Abstiegskampf pur. Große Chancen waren Mangelware, die größten hatten lange Zeit Leon Klassen für den GAK (39.) und David Atanga für den WAC (68.).

Dann folgte die 75. Minute: Fabian Wohlmuth wuchtete sich mit der Schulter gegen Ramiz Harakaté und knockte den GAK-Angreifer aus. Zur großen Verwunderung entschied Schiedsrichter Alain Sadikovski nicht einmal auf Foul. GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer kam bei Ansicht der Bilder ein „Bist du deppat!“ aus: „Für mich ist das eine Wahnsinns-Fehlentscheidung. Dass da der VAR nicht eingreift, ist unglaublich. Das ist ohne Diskussion klar Rot.“ Es war nicht die einzige Fehlentscheidung Sadikovskis, der schon ein Trikotvergehen von Donovan Pines im GAK-Strafraum übersehen hatte. Weil es die Rote Karte gegen Wohlmuth aber nicht gab, konnte dieser in der 84. Minute auf den Kopf von Markus Pink flanken, der sich im Luftduell mit Beres Owusu relativ leicht durchsetzte und zum Sieg für die Wolfsberger einnetzte.

„Es ist extrem bitter, wir haben uns viel mehr vorgenommen. Wir sind selbst schuld, haben den Ball nicht über die Linie gebracht. Das zipft mich extrem an, wir haben die Durchschlagskraft verloren“, sagte Feldhofer, der sich nun mit einem Stürmer-Problem konfrontiert sieht. Harakaté wurde mit einbandagierter Schulter ins Krankenhaus gebracht „und wird wahrscheinlich für die nächsten Wochen ausfallen“, Alexander Hofleitner holte sich die fünfte Gelbe Karte ab und ist somit für das Duell mit der WSG Tirol am Samstag gesperrt. Ob Daniel Maderner rechtzeitig fit wird, ist fraglich. Der Zeitpunkt könnte ungünstiger nicht sein.

Denn: „Wir stecken noch tiefer im Abstiegskampf. Wir haben uns in einer Woche alles zerstört, was wir uns zuvor über Monate aufgebaut haben“, sagte Feldhofer. Der Vorsprung auf den Abstiegsrang ist auf einen Punkt geschmolzen. „Das einzige Positive ist, dass wir alles in der eigenen Hand haben.“ Weil aber auch Tirol Ried bezwungen hat, ist die Qualifikationsgruppe so eng beisammen wie nie – in der nächsten Runde könnte sich vom letzten bis zum ersten Platz sogar alles bis auf drei Punkte zusammenschieben. Ein Krimi bis zum Schluss ist garantiert – einer, in dem der GAK nicht die Hauptrolle spielen möchte. „Es hilft jetzt nicht, den Kopf in den Sand zu stecken“, sagte Tobias Koch. „Wir wissen, dass die Fans heiß auf uns sind, das sind wir auch. Aber wir kommen da nur zusammen raus.“