Es war die 20. Minute in Wals-Siezenheim, die das Auswärtsspiel des GAK bei Vizemeister Salzburg entscheidend in eine Richtung lenkte. Sadik Fofana ging am gegnerischen Strafraum viel zu ungestüm in einen Zweikampf mit Sota Kitano und traf den Japaner mit offener Sohle am Sprunggelenk. Der 20-Jährige, dessen Stutzen sich blutrot färbte, musste mit der Trage vom Feld gebracht werden. Nachdem er zunächst nur Gelb gezückt hatte, zeigte Schiedsrichter Daniel Pfister Fofana nach VAR-Intervention völlig zu Recht die Rote Karte.
Bis dahin waren die Rotjacken auf rutschigem Geläuf trotz spielerischer Überlegenheit der Salzburger gut im Spiel, in der elften Minute hatte Tio Cipot völlig freistehend die Führung für die Grazer vergeben. Auf der Gegenseite hatten die Bullen, die im Vergleich zum 0:1 gegen Club Brügge unter der Woche im Hinblick auf das Champions-League-Qualifikations-Rückspiel am Dienstag an fünf Positionen verändert angetreten waren, in Person von Adam Daghim schon in Minute sechs die Gelegenheit auf das 1:0. Beres Owusu, der beim GAK in der Innenverteidigung anstelle von Martin Kreuzriegler sein Debüt gab, hatte den Ball aber zur Ecke abgewehrt.
Alajbegovic traf praktisch mit dem Pausenpfiff
Nach der Roten Karte brachte GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer Zeteny Jano und Murat Satin für Daniel Maderner und Tio Cipot und stellte auf ein kompaktes 5-3-1 um und die Athletiker hielten bis tief in die Nachspielzeit der ersten Hälfte trotz zweier guter Chancen der Salzburger auch die Null. Quasi mit dem Pausenpfiff zog der erst 17-jährige Kerim Alajbegovic, der wie Abwehrspieler Jannik Schuster sein Liga-Startelfdebüt für die Bullen gab, aber aus der Distanz unwiderstehlich zur Führung ab (45.+6).
Im zweiten Durchgang gelang den Gastgebern dann relativ rasch die Entscheidung. Nachdem zuvor der in der Pause für den in Unterzahl zum Solo-Stürmer umfunktionierten Ramiz Harakaté eingewechselte Alexander Hofleitner die größte Chance für die Rotjacken liegen gelassen hatte (53.), war es ausgerechnet der für Kitano ins Spiel gekommene Maurits Kjaergaard, der zum 2:0 einnetzte (56.). Der Däne lupfte den Ball über Torhüter Jakob Meierhofer, nachdem Jano den Ball in der gegnerischen Hälfte verloren und Dorgeles Nene seinen Teamkollegen wunderbar in die Tiefe geschickt hatte.
Bitteres Debüt für Donovan Pines
Dann gab auch der nächste Innenverteidiger-Neuzugang des GAK sein Debüt: Donovan Pines kam für Ludwig Vraa (62.), sah zunächst eine Weltklasse-Parade von Meierhofer gegen Nene (64.), das 3:0 des eingewechselten Yorbe Vertessen (76.) und wurde dann noch zum Unglücksraben, als er im Strafraum aus kurzer Distanz an der Hand angeschossen wurde. So wurde es am Ende ein bitterer Abend für wacker kämpfende Grazer: Petar Ratkov stellte vom Elfmeterpunkt auf 4:0 (81.), Vertessen traf nur kurz später zum 5:0-Endstand (83.).
Trotz des bitteren Ergebnisses richtete sich der Blick beim GAK bereits wieder nach vorne. „Wir sind eine Einheit und werden wieder zurückkommen“, sagte etwa Murat Satin und Dominik Frieser meinte: „Aber nächste Woche holen wir die ersten drei Punkte, dann ist das wieder vergessen.“