Keine ZerrungHinteregger wegen Disziplinlosigkeit aus ÖFB-Startelf verbannt

Eine Wadenzerrung als Ausrede? Martin Hinteregger soll den Zapfenstreich im ÖFB-Team an seinem Geburtstag um zehn Stunden überzogen haben und deshalb gegen Polen aus der Startelf geflogen sein.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Martin Hinteregger
Martin Hinteregger © GEPA pictures
 

Mit vier Punkten, einem Torverhältnis von 6:0 und der Gewissheit, vier Spieltage vor Ende der Gruppe G alle Chancen auf die Qualifikation für die EM-Endrunde 2020 zu haben, sollte im ÖFB-Nationalteam eigentlich das Positive überwiegen. Und doch gibt es Aufregung um eine Personalie. Martin Hinteregger verpasste das Auswärtsspiel in Polen – offiziell wegen einer Zerrung in der rechten Wade.

Dennoch nahm die Stammkraft in der ÖFB-Verteidigung, die Woche für Woche bei Frankfurt überzeugende Leistungen abruft, auf der Ersatzbank Platz, von wo aus Hinteregger das 0:0 in Warschau verfolgte.

Wie sich nun aber herausstellt, soll die angebliche Verletzung des Kärntners nur ein Vorwand gewesen sein. Vielmehr diente der Rauswurf aus der Startelf einem erzieherischen Zweck. Denn Hinteregger nutzte den freien Nachmittag am Samstag in Salzburg, um nicht nur den 6:0-Sieg gegen Lettland, sondern auch seinen 27. Geburtstag zu feiern – ausgiebig, ja sogar ausufernd. Der Zapfenstreich im Teamquartier war für 21.30 Uhr angesetzt. Tatsächlich eingetroffen soll der Sirnitzer erst am nächsten Morgen sein – rund zehn Stunden nach der von Teamchef Franco Foda vorgegebenen Zeit und mit leichten Gleichgewichtsstörungen.

Dass dieser Vorfall von Hinteregger – noch dazu einen Tag vor der so wichtigen Begegnung in Polen – ausgerechnet in Salzburg geschehen ist, lässt Erinnerungen wach werden. Während seiner neuneinhalb Jahre in Salzburg ließ es der 42-fache ÖFB-Teamspieler öfters krachen. Diverse Disziplinlosigkeiten führten zu zahlreichen Unstimmigkeiten mit diversen Trainern und Vorgesetzten. Die Mozartstädter verstanden es professionell – ihrer Klubphilosophie entsprechend –, keinen großen Wind darum zu machen und möglichst wenig darüber an die breite Öffentlichkeit gelangen zu lassen.

Nach seinem Wechsel zu Augsburg sorgte Hinteregger im Frühjahr 2019 für Aufsehen, als er seinen Trainer Manuel Baum öffentlich harsch kritisierte und daraufhin suspendiert wurde. Als Belohnung folgte der leihweise Wechsel zu Frankfurt, wo er schnell zur Kultfigur wurde und mit imposanten Vorstellungen seinen Teil dazu beitrug, dass Frankfurt erst im Halbfinale der Europa League am späteren Sieger Chelsea scheiterte.

Duell gegen den Ex-Klub oder Wadenzerrung?

Die nächsten Aufreger gab es, zurück in Augsburg, wo Baum, unter dem Hinteregger nicht mehr spielen wollte, entlassen wurde. Zuerst wurde er beim Trainingsauftakt mit einem Frankfurt-Rucksack gesichtet, den er später dem ÖFB zuordnete. Seinem oftmals geäußerten Wunsch, nach Frankfurt zurückkehren, wurde nach einem aufgetauchten Alkohol-Video von einem Dorffest während des Trainingslagers in Tirol stattgegeben. Zwölf Millionen Euro überzeugten Augsburg, sich dem Theater nicht weiter auszusetzen.

Am Samstag (15.30 Uhr) empfängt Augsburg die Frankfurter in der Bundesliga. Spielt Hinteregger gegen den Ex-Klub oder wird die „Wadenzerrung“ noch nicht ausgeheilt sein? Man darf gespannt sein.

Kommentare (6)
Lodengrün
0
3
Lesenswert?

Hat einen Fehler gemacht

und kriegt gleich das ganze Fett ab. Jetzt patzen wir ihn so richtig an denn Marko liefert uns nichts mehr. Für sein Vergehen wurde er bestraft und damit sollte die Sache erledigt sein. Wie in Salzburg sollte nichts nach draußen dringen.

A6TLUK0I30K939HI
2
31
Lesenswert?

In diesem Fall eines Profis gibt es klare Spielregeln,............

wenn die Inhalte im Bericht den Tatsachen entsprechen.
Als Teamplayer musst da und dort eben auch auf Dinge verzichten können und sein Tun richtig leben können, wenn's stimmt dann find ich diese disziplinäre Handhabung schon in Ordnung !!
Sportler in diesem Rang haben für viele junge eben auch Vorbildwirkung.

satiricus
46
6
Lesenswert?

Sollte der Martin tatsächlich zuviel gefeiert haben, so.......

... gäbe es wohl vielerlei (andere) Möglichkeiten für disziplinäre Maßnahmen.
Aber deswegen (gegen Polen) auf einen Spieler von seinem Format zu "verzichten" ist mMn wohl auch nicht die richtige Strafe.

zyni
26
3
Lesenswert?

Ja,

diese Strafe wäre lächerlich. Vielleicht wollte er sich für seinen Verein schonen und hat diese Situation so herbeigeführt.

martin19
2
2
Lesenswert?

VollPfosten

Was soll man da zu noch sagen? Gott lass Hirn auf ihn herunter - viel dürfte er nicht im Kopferl haben!

A6TLUK0I30K939HI
0
3
Lesenswert?

Ich würde ihn nicht so hinunterstellen,..........

auch er wird sich seine Hörner noch abstoßen !
Wenn er mal allein im Eck steht wird er es schon begreifen, schade ist's nur weil er ein guter Spieler mit einigem Potential ist.
Franco Foda hat da völlig richtig und korrekt gehandelt !