Viel schlechter hätte man wohl nicht in ein EM-Viertelfinale starten können, als es die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen in Basel gegen Frankreich getan hat. Als wären die Französinnen nicht ohnehin schon ein Team von besonderer Qualität, erwischte es die DFB-Auswahl in den Anfangsminuten so richtig bitter. Zuerst war Abwehrspielerin Sarai Linder den Tränen nahe, weil sie sich am Fuß verletzt hatte. Die Wolfsburg-Spielerin konnte vorerst weitermachen, um dann aus nächster Nähe ein Kuriosum mitzuerleben. Nach einem hohen Ball in den deutschen Strafraum, der ungefährlich blieb, griff Schiedsrichterin Tess Olofsson zum Ohr und konferierte mit dem VAR.
Dieser bat die Schwedin zum Onfield-Review und nach Ansicht der Bilder war klar: Elfmeter für Frankreich und Rot für Kathrin Hendrich, die Frankreich-Kapitänin Griedge Mbock Bathy ohne ersichtlichen Grund an den Haaren zog. Grace Geyoro traf zum 1:0 (14.). Und sechs Minuten später musste die angeschlagene Linder dann doch vom Feld. Trotz dieser frühen Rückschläge steckten die Deutschen den Kopf nicht in den Sand. Im Gegenteil: Sjoeke Nüsken glich nach einem Eckball aus (25.). Und die Angreiferin hatte in der 69. Minute sogar die große Chance, Deutschland in Unterzahl in Führung zu bringen. Sie scheiterte mit einem schwach geschossenen Elfmeter allerdings an Frankreichs Torfrau Pauline Peyraud-Magnin und so ging es trotz knapp 80-minütiger Unterzahl der DFB-Elf in die Verlängerung. In diesem behielten die Spielerinnen Deutschlands besser die Nerven und so kommt es zum Duell mit Spanien.