Stellen Sie sich vor, es läuft eine Fußball-EM und keinen interessiert's. Nun unternehmen die Medien alles, um uns die Frauen-EM schmackhaft zu machen. Aber funktioniert das? Der ORF feiert zwanzig Prozent Marktanteil, die das Elferschießen England-Schweden verfolgt haben. Zweihunderttausend gegen Mitternacht. Ja, eh. Wenn man bedenkt, dass jedes eingeschaltene TV-Gerät für statistische 2,7 Zuseher steht, bei manchen die Glotze nonstop läuft, das Programm vielen als Einschlafhilfe dient, bleiben nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung, die das Spiel verfolgt haben. Jedenfalls weniger als eine durchschnittliche Bundesliga-Partie. In meinem Umfeld ist die Frauen-EM kein Thema. Niemand spricht darüber, niemand schaut sie. Würde Österreich mitspielen, wäre das wohl anders, aber selbst Bayern-Fans aus Deutschland waren sich nicht sicher, ob ihre Frauschaft nun gegen Frankreich oder Spanien spielte.
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