Die eben noch opulent zur Verfügung stehende Zeit schwindet rasant, wenn man jemanden abholen soll, den nichts so sehr aus der Fassung bringt wie das Versetztwerden. Sollte dann auch noch der vorgesehene Weg wegen einer Baustelle gesperrt sein, die Straßenverkehrsordnung die naheliegendste Verbindung verhindern und das Navi verrücktspielen, steht einem schnell der kalte Angstschweiß auf der vom Herzrasen geplagten Stirn. Wenn die abzuholende Person – meine Frau nach einem Friseurtermin – dann anruft und „Wo bleibst du eigentlich!“ ins Telefon brüllt, wird es nicht besser. Die Ausweichroute bedeutet einen langen Umweg, der direkt in einen Stau führt, mich dann hinter einem Müllwagen herzuckeln lässt und bei endlich freier Fahrt direkt in eine Geschwindigkeitskontrolle treibt. Bitte, reiche ich mit klatschnassen Händen dem Gesetzeshüter die Papiere, meine Frau wartet. Nichts bringt sie derart auf die Palme, wie wenn sie versetzt wird. Jetzt steht sie mit Karfiolfrisur oder einem aufgetürmten Etwas aus Haaren auf der Straße und verzweifelt.