Irgendwie wirkte Lionel Messi nach dem 2:2 von Inter Miami im abschließenden Gruppenspiel der Klub-WM gegen Palmeiras genervt. Sein Team hatte gerade einen 2:0-Vorsprung gegen die Brasilianer hergegeben – und damit auch Rang eins in Gruppe A. Während Messi unzufrieden schien, freuten sich seine Teamkollegen und Trainer über Rang zwei und den Einzug in die K.o.-Phase. Denn: „Wir gehören zu den besten 16 Teams der Welt“, jubelte Miami-Coach Javier Mascherano. Der Klub von Fußball-Ikone David Beckham ist seit zwei Jahren so etwas wie das Auffangbecken für ehemalige Barcelona-Stars. Neben Trainer Mascherano und Messi sind auch noch die Ex-Barca-Spieler Sergio Busquets (36), Luis Suarez (38) und Jordi Alba (36) bei Miami unter Vertrag. Für sie alle bietet das Turnier wohl die letzte Möglichkeit, sich der Welt auf der großen Bühne des Klub-Fußballs zu präsentieren.
Im Achtelfinale wartet am Sonntag (18 Uhr) nun das Duell mit Messis Ex-Klub Paris Saint-Germain. Und bei allem notwendigen Respekt vor Palmeiras, Al Ahly und dem FC Porto: Der amtierende Champions-League-Sieger wird eine ganz andere Hausnummer als das, was Miami im Verlauf des Turniers und auch aus der nationalen Major League Soccer (MLS) gewohnt ist. Das war wohl auch der Grund, weshalb Messi das Unentschieden gegen Palmeiras unmittelbar nach Spielende derart gefrustet hatte. Die Chancen auf ein Weiterkommen sind mit PSG als Gegner deutlich geringer, als sie es bei einem Match gegen Botafogo gewesen wären.
Von 2021 bis 2023 spielte Messi für die Franzosen, wurde zweimal Meister. Für den ganz großen Coup, nämlich den Gewinn der Königsklasse, reichte es für den Argentinier bei PSG allerdings nicht. Das haben die Pariser vor wenigen Wochen ohne Messi geschafft und sich damit zum besten Team der Welt gekürt. Denn: So wie sich die Sieger der nordamerikanischen Profiligen NBA, NFL, NHL oder MLB stets als „World Champions“ bezeichnen, so darf sich auch der Gewinner der Champions League ohne schlechtes Gewissen als bestes Team der Welt fühlen. Wer sich über eine Saison hinweg gegen die besten europäischen Klubs durchsetzt, ist – neutral betrachtet – der wahre Klub-Weltmeister. Daran ändert auch das Turnier in den USA und dessen Ausgang nichts.