Vor eineinhalb Jahren verließ Alexander Schmidt den VSV und das nicht unbedingt im Guten. Für Bregenzerwald absolvierte er daraufhin 44 AlpsHL-Saisonspiele, nur zehn weniger als insgesamt davor für den VSV. Dass nun ausgerechnet er gestern gegen Bozen wieder zwischen den Villacher Pfosten stehen würde, schien kaum zu glauben – doch solche Geschichten schreibt bekanntlich nur der Sport. Als Schlussmann von VSV-Kooperationsklub Kitzbühel half Schmidt für ein Spiel aus, weil JP Lamoureux und Rene Swette bekanntlich verletzt sind und Neo-Keeper Joe Cannata erst seit Dienstag in Villach weilt.

Der Ärger ist wohl längst verraucht. Mit einem Grinsen betrat Schmidt die Halle und stellte sich zusammen mit vielen alten Freunden sowie Papa Markus als Equipment-Manager auf der Bank dem Tabellenzweiten entgegen. Im ersten Drittel hielt der von den Fans frenetisch und mit stehenden Ovationen gefeierte „verlorene Sohn“ gleich zehn Schüsse und das Team im Spiel. Beim 0:1 (7.) war er ohne Chance, nach einem Save kullerte der Puck über Alex Walls Oberschenkel über die Linie.

Im Mitteldrittel spielte Villach groß auf – nur der Puck wollte nicht ins Tor. Auch nicht nach einer Matchstrafe für Braden Christoffer (Check gegen Hancocks Kopf) in fünfminütiger Überzahl, zwei Minuten davon sogar bei Fünf-gegen-Drei. Verkopft und nervös verzettelten sich die Adler in dieser Phase vor dem Tor von Sam Harvey.

Erst zehn Minuten vor Schluss – abermals in Überzahl – lohnte sich der Villacher Belagerungszustand endlich und Maxi Rebernig klopfte den Puck volley ins Netz. Weil in der hitzigen Schlussphase Dylan MacPherson und John Hughes sowie Alex Wall in der Verlängerung Matchbälle vergaben, musste Blau-Weiß ins Penaltyschießen. Dort brauchte es 14 Versuche, wovon Schmidt vier hielt, Benjamin Lanzinger zweimal traf und Matt Bradley doch den Extrapunkt für Bozen sicherte.

Wie geht es jetzt weiter? Für das freitägliche Spiel in Asiago sowie die Samstagspartie in Feldkirch stehen hinter allen Keepern verschiedene Fragezeichen. Kommen alle Papiere rechtzeitig, kann Cannata debütieren. Swette ist nicht matchfit, „das wird täglich neu bewertet“, sagt Manager Martin Winkler. Und Schmidt? „Das hängt von Kitzbühel ab“, so Winkler. Übrigens: Darüber, wie lange der Vertrag von Cannata läuft, schweigt man. Ungewöhnliche Begründung: „Weil wir uns so offenhalten, wie lange er bleibt.“