Die Szene wirkte im ersten Augenblick wie ein gewöhnlicher Zusammenstoß zwischen Verteidiger (Jesper Jensen Aabo) und Stürmer (Nick Moutrey). Beide lagen binnen Sekundenbruchteilen auf dem Boden. Doch beide Schiedsrichter schritten sofort ein, signalisierten eine Strafe. „Slew Footing“ wurde ausgesprochen, also ein besonders gefährlicher Fall des „Beinstellens“. Hier erfolgt die Attacke von hinten, dem Gegenspieler werden die Beine weggerissen. Im schlimmsten Fall kann hier ein Crack auf dem Hinterkopf landen.

Die Referees Piragic und Zrnic begutachteten die Szene zusätzlich via Videobeweis, die Strafe wurde bestätigt und damit dem Rotjacken-Verteidiger eine Spieldauerdisziplinar-Strafe aufgebrummt. „Es sieht schlimmer aus, als es tatsächlich war. Verletzungsabsicht war keine vorhanden“, analysiert DOPS-Chef Lyle Seitz. „Es lagen ja schlussendlich beide auf dem Boden. Der Asiago-Spieler stürzte auf den KAC-Spieler, ein wenig kurios.“ Doch das Strafmaß sei vertretbar, meinte Seitz. Von einer Sperre des Rotjacken-Mannes wurde aus diesen Gründen abgesehen.

Eine frühere Regel besagte sogar, dass ein „Slew Footing“ eine Matchstrafe und damit eine automatische Spielsperre nach sich ziehe. „Das ist ein Relikt der Vergangenheit. Matchstrafen gibt es bei uns in der ICE Hockey League nicht mehr und werden auch seit etwa fünf Jahren nicht mehr ausgesprochen. Weil wir Instrumente und Technologien besitzen, um Situationen immer im Nachhinein zu untersuchen. Was nach jeder Spieldauerdisziplinar-Strafe der Fall ist.“ In anderen Fällen können solche Strafen hingegen lange Sperren nach sich ziehen.

Fakt ist: Diese Art der Vergehen sind für die Referees manchmal nur schwer zu erkennen, weil auch eher selten. Selbst bei NHL-Referees bleibt hier manchmal der Pfiff aus. Doch Piragic & Zrnic hatten in diesem Fall die Szene völlig korrekt aufgeschlüsselt.