Der Knopf ist Clemens Krainz endlich aufgegangen. Seit der Saison 2019/2020 zählt der 21-jährige Angreifer fest zum Kader der 99ers in der ICE Hockey League. Aber erst vor fünf Tagen erzielte er auch sein erstes Tor für die Steirer in der höchsten Eishockey-Liga des Landes. „Keine Ahnung, warum es so lange gedauert hat. Zwei Tore sind mir davor ja schon aberkannt worden, das hat genervt“, sagt Krainz. „Umso besser ist es, dass es jetzt gleich zwei Mal funktioniert hat.“ Der Sohn von Eishockey-Legende Martin Krainz hat dem Treffer bei Ljubljana ein Tor in Asiago folgen lassen. „Mein Papa hat auch schon gesagt, dass es jetzt dann einmal an der Zeit wäre, einen reinzuhauen“, sagt der Angreifer und lacht. „Jetzt spielt es sich gleich leichter.“ Ein Grund für die Leichtigkeit ist wohl auch das Vertrauen, das Krainz und die anderen Jungen im Kader von Trainer Johan Pennerborn geschenkt bekommen. „Er hat eine gute Beziehung zu uns, gibt uns immer Feedback. Wir wissen auch, dass das Alter bei ihm nicht entscheidend ist. Es ist gut zu wissen, dass man auch ältere Spieler rausspielen kann, wenn die Leistung passt.“

Ganz ohne die erfahrenen Spieler geht es aber auch nicht. „Die routinierten Österreicher übernehmen das Ruder in der Kabine und weisen nach Niederlagen auf gewissen Dinge hin. Die Stimmung in der Kabine ist, finde ich, so gut wie noch nie, seitdem ich im Kader bin. Alle gehen sehr respektvoll miteinander um und es macht Spaß, in die Kabine zu kommen“, sagt Krainz. Nach Heimspielen war die Stimmung in der Kabine in dieser Saison in Liebenau aber meist gedämpft. In vier Partien setzte es ebensoviele Niederlagen, je zwei nach 60 Minuten und zwei nach dem Penaltyschießen. Heute kommt mit Bozen der Tabellenführer in den „Bunker“. Für Krainz ist klar: „Wenn wir so auftreten wie zuletzt beim Sieg in Asiago in den ersten beiden Dritteln, dann können wir auch gegen Bozen gewinnen. Hoffentlich geht der Knopf auch vor den eigenen Fans auf, wir wollen endlich die ersten drei Punkte in dieser Saison daheim holen.“

Und dann geht es Schlag auf Schlag. Schon am Freitag kommt Villach nach Liebenau. Als Sohn eines Klagenfurters natürlich auch für Clemens Krainz ein besonderes Spiel. Obwohl: „Ich sehe mich schon mehr als Grazer als sonst was. Ich bin hier groß geworden.“