Zintis Nauris Zusevics ist jemand, den – zumindest nach außen hin – nichts so schnell aus der Ruhe bringt. Auch die aktuelle Lage der 99ers nicht. Dafür hat er schon zu viel auf dem Eis gesehen. "Das sind erst neun Spiele, da kommen noch viele", sagt der 28-Jährige und lächelt. Vor dem heutigen Spiel im Bunker gegen den Hokejski klub Olimpija aus Ljubljana rangieren die Grazer auf dem zehnten Platz, verloren die jüngsten zwei Spiele in Bozen (1:3) und Bruneck (0:3). "Wir haben gegen Pustertal im zweiten Drittel das Momentum aus der Hand gegeben. Wir hatten genug Chancen, um selbst die Tore zu machen. Wir müssen beginnen, zu scoren", erklärt Trainer Johan Pennerborn.

Die Grazer leiden an Ladehemmung. Ein Wehklagen, das in Liebenau ein wiederkehrendes ist. "Das ist kein Pech. Tore zu schießen, das gibt einfach Selbstvertrauen und das ist extrem wichtig", sagt der Stürmer, "das fehlt uns im Moment einfach." Darum sei es gerade zu Beginn der Saison essenziell, sich mit hohen Siegen die Selbstverständlichkeit vor dem gegnerischen Gehäuse zu erarbeiten. "Wir hatten in Linz einen einzigen hohen Sieg mit dem 4:0. Das ist zu wenig", sagt der Rekordspieler der Grazer – 424 Spiele hat er bereits für die 99ers bestritten und insgesamt 48 Tore erzielt.

Ljubljana besiegte am Sonntag Bozen

In seiner elften Saison für die 99ers hat er bislang zwei Mal getroffen und vier Assists beigesteuert. "Wir spielen gut, erarbeiten uns Chancen, stehen hinten sicher und unser Tormann hält sehr gut", sagt er, "aber wir treffen einfach nicht. Da beginnst du einfach zu zweifeln." Es wäre aber bei Weitem keine Situation, um zu verzweifeln. Auch wenn die Flaute die Stimmung trübt. "Aber wenn dieses eine Spiel kommt, dann ist das automatisch weg. Und das Spiel kommt. Das weiß jeder Einzelne von uns. Die Frage ist nur, wann?" Vielleicht gelingt der Befreiungsschlag ja heute gegen die laufstarken Slowenen. Immerhin haben sie bei ihren drei Niederlagen viele Treffer kassiert: 1:4, 2:4, 2:5. Doch Obacht ist geboten, bezwangen die "Drachen" am Sonntag Leader Bozen 5:2.

Ein echter Leader sei auch der neue Trainer, nicht nur menschlich. "Seine Philosophie taugt mir und er lässt uns auch spielen und versucht, uns Freiheiten zu geben. Daran, dass es momentan so läuft, sind wir schuld. Nicht er." Dass hinter den Einsätzen von Christian Engstrand und Erik Kirchschläger ein Fragezeichen steht, macht die Aufgabe ebenso nicht einfacher wie der längere Ausfall von Tobias Fladeby. Er ist nach Ken Ograjensek, Gustav Bouramman und Mike Zalewski der nächste Langzeitverletzte.