In fast allen europäischen Eishockey-Profiligen beginnt es, je nach Spielmodus, im Jänner ernst zu werden. Die Play-offs sind zwar noch ziemlich weit entfernt, doch der Kampf um die beste bzw. gewünschte Platzierung in der Tabelle wird immer härter. Auch an der Spielweise der Teams ist klar zu erkennen, um was es geht. Höhere Intensität, mehr und härtere Zweikämpfe und auch Emotionalität stehen für diese (vor-) entscheidende Phase der Meisterschaft. Man will bereits jetzt Zeichen setzen, den Gegnern im Hinblick auf ein Play-off-Duell Respekt lehren. Sehr zum Leidwesen des österreichischen Eishockeys gibt es, im Gegensatz zu den meisten anderen Ligen, keinen Absteiger, sodass die letztplatzierten Teams bereits vorzeitig ihre Segel streichen können und versuchen mit der Abgabe von Spielern zumindest den finanziellen Schaden einzugrenzen.
Während sich in der ICE Hockey League die ersten vier Teams in der Tabelle realistischerweise wohl kaum noch Sorgen um den direkten Einzug ins Play-off machen müssen, entwickelte sich in den letzten Wochen ein Dreikampf um die begehrten Plätze fünf und sechs. Die besten Karten haben da die Graz 99ers, die derzeit mit 77 Punkten aus 43 Spielen an fünfter Stelle liegen und auf Linz einen und auf den VSV vier Punkte Vorsprung haben. Alle drei Mannschaften haben jedoch noch fünf Runden zu absolvieren. Bei Punktegleichstand nach dem Grunddurchgang hätten die Villacher jedenfalls die schlechtesten Karten, in den direkten Duellen würden sie sowohl gegen die Black Wings als auch gegen die 99ers den Kürzeren ziehen.
Etwas weniger Druck verspüren die Top vier, die dem direkten Play-off-Einzug wesentlich näher sind, aber sich natürlich die Chance, als Erster den Viertelfinalgegner picken zu können, nicht entgehen lassen wollen. Im Kampf um die Spitze zeichnet sich derzeit ein Duell zwischen Meister und Vizemeister ab. Der KAC liegt zwar mit 84 Punkten in Front und Salzburg „nur“ auf Platz drei (80 Punkte), doch haben die Mozartstädter noch zwei Spiele mehr zu absolvieren. Aber auch Bozen und Fehervar können sich noch Hoffnungen auf den Platz in der Sonne machen.
Etliche verletzte Spieler zu beklagen
Gefeit vor Verletzungen ist freilich niemand, aber besonders bitter, wenn es absolute Leistungsträger betrifft. Und genau das mussten einige Mannschaften bereits am eigenen Leib spüren. So müssen die Graz 99ers für den Rest der Saison auf ihren Routinier Korbinian Holzer verzichten. Der Kapitän zog sich im Auswärtsspiel letzten Freitag in Bozen einen Schlüsselbeinbruch zu, wird den Trainer-Staff der Steirer bis zum Ende der Saison unterstützen. Ähnlich schmerzhaft ist für den KAC der Ausfall von Johannes Bischofberger, der in dieser Spielzeit ebenfalls nicht mehr zurückkehren wird. Ryan Murphy droht bei den Red Bulls, neben Thomas Raffl oder Peter Schneider, eine verletzungsbedingte Pause, beim VSV fehlen derzeit Marco Richter und Benjamin Lanzinger. Die Linzer können hingegen wieder auf die Dienste von Brodi Stuart zurückgreifen, der sich gleich bei seinem Comeback letzte Woche gegen Ljubljana mit einem Doppelpack zurückmeldete.
Transfermarkt lässt nicht viel Spielraum
Der Transfermarkt, den derzeit nicht nur die heimischen Vereine, sondern quasi ganz Europa sondiert, gibt derzeit nicht viel her. Zumal die ICE-Liga für qualitativ gute Spieler definitiv nicht die erste Wahl in Eishockey-Europa ist. Dennoch scheinen einige für mehrere Vereine interessante Aktien auf. Zum einen soll Ex-DEL Stürmer Kevin Clark (letzte Saison in Düsseldorf) in die ICE-Liga wechseln und auch Mitch Hults (54 Punkte für Bozen 2022/23), der derzeit bei Jagr-Klub Kladno in Tschechien nicht ganz glücklich sein soll, könnte bald in der ICE-Liga aufschlagen.