Viele Namen standen zuletzt im Raum. Von Fabio Ingolitsch und Nenad Bjelica über Gernot Messner und Zoran Barisic wurde beim WAC die Gerüchteküche ordentlich angeheizt. Nun ist es äußerst schnell gegangen und es ist jemand geworden, den wohl nur die wenigsten auf dem Schirm hatten. Peter Pacult, der bis vor sechs Monaten noch Trainer bei Austria Klagenfurt war, übernimmt das Amt nach nur vier Tagen vom spontan und ohne Vorwarnung zum LASK gewechselten Didi Kühbauer. Er unterschrieb vorerst bis Saisonende mit Option auf ein weiteres Jahr. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe beim Wolfsberger AC und ich möchte mich beim Präsidenten für das Vertrauen in mich bedanken. Ich kann es kaum erwarten die Mannschaft näher kennenzulernen und mit der Arbeit am Platz zu beginnen“, fiebert Pacult seinem Job bereits entgegen. Bereits am Dienstag um 10 Uhr wird er mit der ihm noch weitgehend unbekannten Mannschaft das erste Training leiten.
Zurück nach Kärnten
Der 65-Jährige war Ende April bei den Klagenfurtern nach einer langen Serie ohne Sieg entlassen und durch Carsten Jancker ersetzt worden. Das Aus kam für Pacult damals aus dem Nichts. Der Abstieg war trotz Trainerwechsels nicht mehr zu verhindern gewesen. Seiher schoss der Wiener mehrmals scharf in den Medien gegen seinen Ex-Verein, berichtete über die prekäre wirtschaftliche Lage und kritisierte die Vereinsführung. Angeblich stand für Pacult vor wenigen Wochen auch eine Rückkehr zum deutschen Drittligisten 1860 München im Raum. Nun wechselt er stattdessen ins Lavanttal, wo er mit Nicolas Wimmer und Markus Pink noch mit zwei Akteuren aus seiner Zeit in Klagenfurt bestens vertraut ist. Pink erzielte unter Pacult immerhin 46 Tore für die Austria.
Lob des Präsidenten
WAC-Präsident Dietmar Riegler hält viel von Pacult und hatte schon in der Vergangenheit des Öfteren lobende Worte für den Trainer übrig, der mit der Austria den Aufstieg in die Bundesliga schaffte und anschließend dreimal in Folge die Meistergruppe erreichte. „Nach dem überraschenden Abgang von Dietmar Kühbauer lief in den vergangenen Tagen eine intensive Suche nach einem neuen Cheftrainer. In der aktuellen Situation braucht es meiner Meinung nach einen erfahrenen Trainer, der mit der österreichischen Bundesliga vertraut ist. Deshalb sind wir sehr froh mit Peter Pacult einen neuen Trainer gefunden zu haben, der dieses Profil zu 100% erfüllt“, schenkt Riegler Pacult vollstes Vertrauen. Auch gewann der Wiener 2008 mit Rapid gegen übermächtig scheinende Salzburger den bislang letzten Meistertitel der Hütteldorfer. Pacult dürfte sich als Nachfolger von Didi Kühbauer bei den WAC-Bossen selbst ins Spiel gebracht haben. Nun hat er die Chance, sich nach seinem unrühmlichen Abgang aus Klagenfurt erneut als Trainer in Kärnten zu beweisen.