Wie findet man als Frau in die Mutterrolle? Diese Frage hat die österreichische Musikerin viele Jahre beschäftigt, denn sie selbst hat lange gebraucht, als ihr erstes Kind vor ein paar Jahren zur Welt kam. „Ich hab mir wahnsinnig schwergetan, in die Mutterrolle zu kommen, weil ich mir dachte, dass mich die Verantwortung erschlägt“, so Parisini im fair&female Podcast der Kleinen Zeitung. In ihrem aktuellen Song „Bad Mother“ kritisiert sie die gesellschaftlichen Verhältnisse und sagt „uns Müttern wird immer vermittelt, dass wir selbst dran schuld sind, wenn wir erschöpft zwischen Arbeit und Familie zusammenbrechen, aber es ist das System. Es ist das Patriachat“. Sie zieht Vergleiche mit dem CO2-Fußabdruck, denn „auch hier hat sich eine Ölfirma diesen Trick einfallen lassen, der die ganze Verantwortung auf jeden Einzelnen richtet, damit sich im System nichts ändern muss.“ Bei der Mutterrolle komme noch hinzu, dass „man sie ganze Arbeit ja nicht sieht. Es ist nämlich haufenweise Arbeit, wenn man das Leben für Kind und Kegel zusammenhalten möchte, doch sichtbar wird das Ganze immer nur, wenn die Arbeit nicht gemacht wird. Dann sieht man die Ergebnisse, aber solange alle Mütter alles brav wegarbeiten und dann noch denken, alles was nicht klappt, ist ihre eigene Schuld, hat das System Ruhe.“
fair&female Podcast
Violetta Parisini: „Ich dachte, die Verantwortung der Mutterrolle erschlägt mich “
Interview.
Musikerin und zweifache Mutter Violetta Parisini hat auf ihrem aktuellen Album ein Lied namens „Bad Mother“. Im fair&female Podcast spricht sie über gesellschaftlichen Druck und ihren sehr persönlichen Schmerz, die eigene Mutter früh verloren zu haben.
© Hanna Fasching